Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 4 (1913)
- Issue
- 6/8 (1.6.1913)
- Date
- 1913-06-01
- Page
- Seite 206 (sequence 47)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/4926451-6352289-6352366--0618-4926742- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Parenthese: Ick beöaure die Warte des .sxrnt I >r. Apfel, die in diesem Sinne gefallen sind, aufs lebhafteste. Seine Aeußerung, es sei jedem grünen Jungen ertaubt, in der jüdischen Rundschau .stiibel von Unsinn ( über die Iugendvereinsbewegung auszuichütten, geht dock wohl über den Rahmen der Wahrung berechtigter Interessen weit hinaus. Ich glaube, daß Herr I>r. Äpfel sich durch seine persönliche Erregung hat verleiten lassen, etwas zu sagen, was er jetzt selbst bedauern wird. Ich will nicht die Gegcnrechnung aunnacken. Herr >>r. Apfel hat den, Spieß umgedrekt. Wir sagen: Ihr habt uns verletzt: Herr i>r. Apfel har das umgedrekt und gesagt: Ikr habt uns verletzt. Wenn wir so weiter geben, würden wir zu einem Gezänke kommen. Ich betone daher nochmals: Tie Irage: Haben die Zionisten sich vergangen? kommt erst dann in Betracht, wenn die Annahme der Reso- , lution ein Entgegenkommen den Zionisten gegenüber bedeutet. Tas ist aber keinesivegs der Iall. Tie AnnaKme der Resolution ist vielmekr uns als Mitgliedern des Iugendverbandes schon deshalb Pflicht, weil wir sonst durch die Ricktannakme im Iugendverbande die Idee der.bceniralität verletzen würden.. Herr I >r. Apfel hat richtig die logische Borsrage gestellt: Ist die Neutralität dadurch verlebt, daß eine nicht neutrale Organisation im Borstande fihtV Ich glaube in der Beantwortung dieser Zeuge init Iknen allen-überein',nslimmen: tatsächlich ist die Neutralität verletzt, wenn eine iJlctio Organisation im Borslande sitzt. Tenn das; lediglich um der schönen Augen des Zentralvereins willen wir ibm einen Borstandssitr geben, das;, wenn ich ein derbes Iuristenivori variieren darf, der Zentraiverein, wenn er bei uns sitzt, das nicht gerade tut, u»v einen Eboral;n singen, davon brauche ich Sie nicht;n überzeugen. Tie yucite Zrage ist nun die: Ist der Zentralverein nicht mehr neutral? lind da meine ich. durch die Ausnibrungen des Herrn Borreöners must es Ihnen klar geworden sein, das; zweifellos die Neutralität des Zentralvereins jetzt nicht mebr bestellt^ Es soll das stickt ein. Zngerichiesitzen über den Zentralverein sein, das, wie behauptetwird, uns nicht zukomnte: das brauchen wir auch nicht. Tie NicKtneutralitär ist kein Borwiirf: cs gibt viele nichtneutrale Trganifationen. Es ist auch kein Zngerichlesitzen von .Zindern gegen die Ellern, kein Insgesichtschlagen der Elter», wenn wir feststcllen, daß der Zentralverein iticht mehr neutral ist. Ich stelle' das fest aus dieser Resolution uitd ibrcr Begründung. Ich möchte das ausfiihren. Ter weitestgekende 'Antrag ivar der: Alle, die auf dem Boden des Baseler Programms stehen^ haben im Zentralverein nichts mehr zu suchen. Mein väterliches Zrcund, Hertz I>r. ferner, hat dann seinen Einfluß geltend gemacht, das; dieser Antrag nickt angenommen wurde, sehr zu meinem Leidwesen (Zuruf: Tas glaube ick!>: denn dann hätten wir klare Berbältnisie, während wir jetzt die Möglichkeit zu gewundenen Erklärungen dieser Resolution haben. Ich verweise weiter darauf, das; ein Passus, der Resolution lautet: Ter Zentralverein lebnt Bestrebungen ab. die darauf gerichtet sind, die Iudenfrage international zu lösen. Wenn das nicht eine offene Aussprache gegen den .Zionismus ist, weis; ich nicht, was eine offene Aussprache ist. Nun ein iveiterer Gesichtspunkt, der Keule noch nicht zurj Sprache kam.