Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 4 (1913)
- Issue
- 6/8 (1.6.1913)
- Date
- 1913-06-01
- Page
- Seite 205 (sequence 46)
- Language
- German
- Belongs to
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— 205 —• die: Jever Mann, Ven wir zur Mitarbeit an die Iugendvereine abgeben, ist für uns Zionisten ein Verlust! Die Iugendvereine find nicht unmittelbar mit uns, nicht für uns, also sind sie gegen uns! Bei dieser radikalen Auffassung ist >cs ausgeschlossen, dast ein gegenseitiges Verständnis der Jugend gefördert werden kann. Meine Damen und Herren! Die Vorgänge mit dem ^Zentralverein sind seitens mancher Zioniste^t nichts, weiter, als ein Mittel zur Agitation. Wir dürfen dem uniererjeits nicht Vorschub leisten. Ter Zentralverein ist seiner Idee nach ein GcisteSkind Gabriel Riesters, in seinem Namen arbeitet er unentwegt. Auch wir Eälner und viele unserer Brudervereine im Westen , tragen den Namen Gabriel Riesters. So ist er unser gemeinsamer Vater. Ihm aber würden wir ins 'Gesicht schlagen, wenn wir uns heute gegen unseren Bruder, gegen' den Zentrglverein wenden würden. Wir würden uns vor unserem eigenen Ichj läctx?rlich machen, wenn wir die Ideen des Zentralvereins, die ~cinen| Teil nuferes Programms bilden, des- . avouieren wollten. Tarufn meine Damen und Herren, kann es heute für uns nur eine einzige Parole geben: Dast wi^r geschlossen die An-' träge, wie sie der Verbandsvorsitzende vorgebracht bat, annehmen, lassest Sie uns sie annelnnen im Interesse der Fortentwicklung der deutschen Iudenheit, zum Segen des deutschen Judentums! (Lebda ft er, Beifall.) Jijr. Apfel: Als letzt:r der Hauptredner har der Vertreter de» Brestäuer Vereins das Wort, Herr Referendar I>r. ^Badt. Referendar I)r. Badt (Breslau»: Meine Damen^nnd Herren! Ich bin mir des Ernstes der Situation, wohl bewustt, ^weün ick hier als letzter Redner vor der so bedeutsamen Abstinilnumz zck. Ich will datier auch mein: Aufgabe nicht darin sehen,'gleichsam noch eine Nachlese zu halten und all daS vorzubringcn, .was die übrigen Rcdne: vielleicht vergessen haben, weil es darauf mal ii nung ir im wesentlichen jetzt. Aufgabe —, noch einist und die meiner Meir führen. Ick müsste anküinmt — und darin sehe ick meine aller Schärfe Ilnun die Problemstellu lach einzig mögliche Lösung vor Augen lzu nicht Zionist und darum Idealist sein, wenn ichpon vorhercin voraussetzen wollte, dast meine Worte ganz eindrucksliS bleiben würden. Sie haben zwar durch Ihren Peifall, den Sie den andern Rednern gezollt baden, mich nicht darüber im Zweifel gelassen, dast ich als Vertreter einer sehr geringen Minorität hier das Wort habe. Ich glaube aber, daß. wenn Sie meinen Ausführungen noch -die 10 Minuten Gebär schenke r werden, es mir vielleicht doch möglich sein ivird, Sic von der Güte der Sacke, die wir hier vertreten, zu überzeugen. Zunächst ist die Problemstellung schon dadurch verwirrt ivorden, dast Hc rr I>r. Apfel von vornherein — wie ilnjn auch Herr I>r. Simon schon vorbin mit Recht zum Vorwurf gemacht bat -- eine gewisse' schiefe Fragestellung hier, eingeführt bat. ^s handelt stck nämlich nicht dirum: Sollen wir .den Antrag »icl-Berlin annelnnen als ztotau vor den Zionisten oder auch nur aus Entgegenkommen gegen die Zionisten? Nur.in diesem Sinne wären ja die ganzen Ausführungen' des Herrn d»r. Apfel zu rechtfertigen, der'sagte, die Zionisten verdienen es nickt, denn sie herben sich nicht danach benommen. In