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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1913-06-01 · 6/8 (1.6.1913) · p. Seite 201

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
4 (1913)
Issue
6/8 (1.6.1913)
Date
1913-06-01
Page
Seite 201 (sequence 42)
Language
German
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— 201 — i >>'. ilpfel eine flau} gewaltige Rolle gespielt hat. für midi, auc-KiK'ibot, . nämlich der Opportuuilütsstaudpunkt. Ich lasse es dahingestellt, ob für den verband der Iugendvereine der Zentralvrrein wirklich so werte oll gewesen ist — und das, was Herr I>r. Äpfel über das Verhalten vieler Ortsgruppen des Zentralvereins gesagt hat, gibt mir Recht —: Ter Zentralverein verspricht viel, aber die Taten folgen' nicht annähernd in demselben Maße. (Widerspruch.) Nun, ineine Damtzn und Herren, das ist mein persönlicher Eindruck: ich bin andererseits, aber der Meinung — das hat schon Herr I>>. Limon hervo^geboben —, Vast die Zionisten, die im Verbände Mitarbeiten, dem verbände durchaus förderlich gewesen sind. Aber ick meine, wie gbsagt, bei der Frage, um die cs sich handelt, mutz der Opportunirätsstandpunkl ausscheiden. Ist das Neutralitätsprinzip wirklich das grundlegende und heilige Prinzip für den Verband der Iugendvereinc, dann mützien -sie zu dem Ergebnis kommest, dieses Prinzip zu wahren, selbst wenn es Nachteile zur Folge hätte, denn gerade die Iugei d ist verpflichtet, in solchen Fragen sjich nicht von nüchternen Zweck nätzigkeitserwägungen leiten zu lassend . 9 im hat Herr Di\ Slpfel — und das ist das bedenkliche — die ■ Resolution des Zentralvereins auch sachlich verteidigt. Er'hat insbe'onlcre gesagt, der Zentralvcreiu sei schon immer das gewesen, was ersetzt n:, und die Resolution habe sachlich nichts neues gebracht. Bei der 'Beurteilung dieser Frage darf man-nicht die authentische Interpretärion zugrunde legen, die im „Deutschen Reiche" erschienen ist. Wenn £ie Herren jetzt vor ihrer eigenen Kourage Angst betommen haben, so kann -uns das an der Entscheidung, die wir zu. fällen haben, nichl hindern. (Zwischenruf des ^Iustizrats Brodnitz: Die Inrorvreration ist ein Leitfaden 'für Analphabeten!) Ich faste, wir dürfen nickt dzesc authentische Interpretation zugrunde legen, da wir keine Analphabeten sind, sondern wir müssen uns an' das halten, was in der betreffenden Zentralverdinsversammlung gesagt worden in und was jedem Einsichtigen flnjist. Diese Resolution. bedeutet einen feindlichen und offenen Bruch mit best Zionisten und mir dem Zionismus, und rein praktische Erwägungen haben dazu geführt, daß die Lache so leidlich geschickt formuliert worden ist. ©ir; dürfen durch diese Formulierung den wahren Kern uns nicht verschleiern lassen. — Gerade bei uns ist immer die Wirksamkeit und die Gütigkeit des Zentralvereins unter dem Gesichtspunkte der Neutralität gewürdigt worden, und wenn wir in der Gründungsbersamntlung zu dem Ergebnis gekommen sind, daß der Zentralverein > mir in den Verband aufgenommen werden soll, so liegt das daran, das; wir Zionisten nicht ohne Bedenken die Frage: „Ist der Zentral' verein neutral?" damals bejaht haben. Diese Bejahung, ist beute nicht mehr möglich. Ich darf Ihnen vielleicht jwrlesen, was Herr. I>i°. Krombach in einem Heft der Jugendverbands-Zeitschrift über den Zeiuralverein geschrieben hat: ' | Was der Bewegung des Zentralvereins in unseren Tagen der vermehrten Partei- und Gruppenbildung noch besondere Bedeutung verleiht, ist, daß diese j Bewegung es verstanden hat, unter Aus- 'chsiltung aller Parteiströmungen die durch ihre Parteiinteressen

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