Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 4 (1913)
- Issue
- 6/8 (1.6.1913)
- Date
- 1913-06-01
- Page
- Seite 200 (sequence 41)
- Language
- German
- Belongs to
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— 200 — feine eigenen 2tflitt»ieö* uni> Glaubensgenossen gerichtet.??nr Parteihatz konnte dazu verleiteit, nrit dem vieldeutigen Wort „^katioita lisn^us" gefäbrlichen Mißbrauch zu treiben und ans Grunde willkürlicher Begriffsdefinition Judentum und Deutschtum gegeneinander auszuspielen. ' Tie nationakjüdische Gesinnung ist das Bewußtsein. der Zugehörigkeit zum jüdischen Volke und der Wille, für seine Erhaltung und Entwicklung in der Zukunft durch Schaffung einer öffentlichrechtlich gesicherten Heintstättcin Palästina zu wirken. Tiefe Gesinnung^ steht, mit den Interessen keines Staates und keines Volkes in Widerspruch, und kann die deutschen Zionisten niemals bindern, gemäß ihrer historisch gegebenen Stellung am politischen und kulturellen Leben Deutschlands tätigen Anteil zu nehmen. Tie deutsclten Zionisten haben bisher im Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens die Vertretung der staatsbürgerlichen Interessen der. deutschen Juden erblickt und ihm deshalb ihre Mitarbeit nicht entzogen, obwohl der Zentralverein oft genug feiner Aufgabe nickt gereckt wurde.' Nack der unerhörten Stellungnahme des Zentralvereins gegen den zionistischen Teil der deutschen Juden erklären die deutschen Zionisten den Zentralvereiu als -unfähig und nickll mehr legitimiert, in Zukunft die Gesamtheit der deutschen Iiidenheit zu vertreten. Tie Vertrauensmänner der Zionistischen Vereinigung süc Teutschland fordern daber die deutt'ckren Zionisten zum Austritt aus dein Zentralverein auf. - Sie halten es für dringend erforderlich, daß ein Verein gegründet wird/der unter strikter Wahrung der Neutralität in allen innerjiidisck-en Fragen für die Reckte aller deutschen Juden einentt/' Meine Damen und Herren! Tie Entwickelung, die Tie vor nck sehen, ist-eigenartig. Als vor 6 oder 7 Iahsren die Herren Dr. Apfel und l>r. Regensburger auszogen und unter Proklamierung des Prinzips des Neutralität Iugendvereine gründeten, da gab es unter uns Zionisten Leute, die diesen Bestrebungen abhold waren, da ne nur eine Betätigung in positiv zionistischem Sinne für wünschenswert hielten. Ick gebe zu, daß das nicht richtig war. Wir haben uns, ivenn auch widerstrebend, überzeugt, daß das Prinzip der Neutralität seine Berechtigung hat (Lebhaftes Bravo!) und daß es für die Iugendvereine durchtus eriüenzberechtigt ist. Jetzt ist es dahin gekonnnen daß wir hier auftreten müssen als Wächter des Prinzips der Neutralität (Heiterkeit) und daß wir dazu genötigt sind, zu verhindern, daß ein ganz 'krasser Bruch dieses Prinzips vor sich geht. Ich möchte vorausschicken, daß ich bei Erörterung dieser Frage durchaus'von dem ausgehe, was Herr Dr. Apfel in den Vordergrund gestellt hat. Auch ich formuliere meine Frage dahin: Was frommt der Jugendbewegung'? Aber gerade von diesem Gesichtspunkte aus werdest wir zu dem Ergebnis kommen müssen, daß wir uns eines krassest Bruches unserer heiligen Prinzipien schuldig machen, wenn wir nicht den Zentralverein aus dem Vorstande unseres Verbandes eliminieren. Ich möchte zunächst sagen, daß ein Gesichtspunkt, der bei Herrn