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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1913-06-01 · 6/8 (1.6.1913) · p. Seite 183

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
4 (1913)
Issue
6/8 (1.6.1913)
Date
1913-06-01
Page
Seite 183 (sequence 24)
Language
German
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- 183 — I>i . L kein o hätten um T beim so oft vorgeworfen wird, rechne ich und der Vorstand des Jubendver^ bande t ihm zum-Lobe an. Ich weiß, daß unter den Tausenden und. Abertausenden von Mitgliedern des Zentralvereins eine große Anzahl von solchen Leuten ist, die unser'verehrter Festredner Herr erner gestern abepd als „-Trutzjuden" bezeichnet hat, die lediglich el mit dem Judentum verbindet, als eben 'der Abwehrkampf, der Kampf gegen antisemitische Angriffe. Aber.wenn wir dfn Zentralverein nicht hätten, meine Tarnen und Herren, dann wir ganz zweifellos innerhalb des deutschen Judentums einen ausende größeren Abfall, weil eben diese Leute überhaupt nicht Judentum geblieben wären. Nun haben doch alle empfunden und -Herr Geheimrat Fuchs hat das auf der Telegwrtenversamniluug' des Zentralvereins zuw Ausdruck gebracht, daß innerhalb des Zentrals eine große Wandlung vor sich gegangen ist, daß viele Qrtsgruppbnvorstände, vie e Mitglieder, die nur aus einem gewissen Pietät- oder Trnbgefübl noch Juden gebliäben waren, erkannt haben, daß kie Abwehrarbeit ihre Würde erst erhält durch mehr positiv jüdisckes Gefühl. - Harr Geheimrat Fuchs hat sehr offen gejagt: ,,^ag»n wir es dockt frei heraus, wir haben uns gewandelt, wir find pofjtit jüdisckier gewori>en." Ick, konstatiere dies mit großer, großer ' Freude. Ter Zentrali erein hat nach feinen Tlalnlen', nichts weiter zu tu >, als gleiche Tlaatsbürgerreckite zu schaffen, und die Frage: wie das jüdische Bewllßlfein zu beleben ist. ist von anderen Crga nifationen prüfen und nicht vom Zentralverein. Wenn der Zen-, tralve:ein.sick, dennoch zu einer positiv jüdischen Anfsassung allmählich bekennt, jo hat das nicht Gegenstand hämischer Kritik zu sein'.'diele ist fii" mein Empfinden geradezu lachhaft. Welches ist unsere wirk samste staatsbürgerliche Organisation? Tür Zentralverein! Ich habe in de, lebten 11 Tagen mir einmal das Vergnügen gemacht, »i.-uien zionistischen Bekanntenkreis über den Zentralverein zu befragen, und habe inmer die Untci frage gestellt: Lesen Tie die Zeitschrift „Im deutsckcn Reich"? Mit ganz verschwindenden Ausnahmen habe ich die, Antwort gebärt, daß uuiif es unter seiner Würde halte, einen'derartigen „Quatsch" zu lesen! Und diese Leute nun, die garnicht wissen was der Zentra verein will, die keine Ahnung haben von,feiner nngeb'iiren Tetailarbeit, die fällen ein absprechendes Urteil! Und dann glaube ick, nnebemm keine Indiskretion zu begeben, ivena ick, sage, das; die Leitung des Zentralvereins.und sein Thndikns, »roiii verehrter Freund I . Holländer, die Methode befolg!, von den meisten Tingen antisemitischer Ratnr, von chen leiderneuerdings, io zahlreichen Ritnalmordaffä:eir nstv. an bif: Qessentlickikeit überhaiipt nichts gelangen zu lassen (Tear richtig!!, daß nur ein ganz kleiner Bruchteil der Zentralvereinsarbeit überhaupt der Qeffentlichkeit unterbreitet wird, um nick,! bennrnliigendiz» wirken. tReine Tarnen nlid Herren! Ick, weiß, daß man in wen» das Rechts und Ehrgefühl der Juden gekränkt wird, keine andere Instanz hat/als.den' Zentralverein und daß von hier ans in energischer und erfolgreicher Weise den Behörden und anderen gegenüber'vorgegangen wird. . Ter Zentralverein sagt sich: Es ist, nicht richtig, im Interesse des Judentums dieie Vorkommnisse alle an die grase Glocke zu hängen' t

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