Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 4 (1913)
- Issue
- 6/8 (1.6.1913)
- Date
- 1913-06-01
- Page
- Seite 184 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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184 — V Tie meisten unserer Iugendvereinsmitglieder und speziell unsere Führer sind nicht nur Mitglieder, sondern begeisterte Mitglieder des Zentralvereins, die sich Arbeit ans jüdischem Gebiet obne den Ttaatsbürgerkamps des Zentralvereins nicht denken können. Tie meisten von uns — ich leugne es auch von mir nicht — sind erst durch die Arbeit im Zentralverein auf einen positiven jüdischen Boden gekommen. Was würde öjse narurgemäste Folge einer Trennung sein? Wir würdeü einep erheblichen Teil unserer Mitglieder verlieren, ugd was mir noch viel wichtiger ist, wir uvürden die-Sympathien und die warmen Interessen eines grasten Teiles der deulschenIudenbeit, wenn nicht für immer, so doch sür lang^ Zeit verloren haben. * Nun wird mir wobl nachher, ein zionistischer Frermd mit dem Einwand kommen: Wartet doch ein paar Wochen, es kommt dann eine neue neutrale .Tlaalsbürgororganisation. Ich will darüber keine heileren Tinge 'sagen, obschon es imheliegt; im Gegenteil,, ich will , konstatieren, das; die Zentralvereinsresolution eine n ganz ungeahnten und überaus begrüstenswerten Erfolg gehabt hat, daß nämlich der offizielle deutsche Zionismus sich jetzt mit niegeahnter Verve in den Ttaatsbürgerkampf werfen will. Ich will mich nicht darüber auslasien, wie unendlich dein Ttaatsbürgerkampf geschadet wird, wenn zwei Organisationen vor der nichtjüdischen Tcffentlickikeii als Vertreter der staatsbürgerlichen Interessen der deutschen Inden iprechen und womöglich miteinander käinpsen. Aber ich must unverbohlen meiner Genugtuung darüber Ausdruck geben, dast anscheinend auch unsere Erziehungsarbeit bei den Zionisten von niegeahntem Erfolge begleitet gewesen ist (Beifall); deWi eine so begeisterte Vorschustlobrede aus die Neutralität der geplanten neuen Organisation baben wir aus unserem Munde noch niemals über den Neutralitäts- .x'danken gebärt; (stürmische Heiterkeit.) Meine Freunde! Wir würden, wie ich sagte, das Gros vieler Vereine und vieler Mitglieder verlieren; und dann brauche ich nur die Frage aufzuwersen, um die Antwort schon aus Ihren Gesickten zu lesen: Würden deshalb die Sympathien der Zionisten sich uns mehr znwenden? (Zurufe: Nein! Zuruf: Jawohl!) Ties Jawohl ist mir etwas austerordentlich Wertvolles und ich verspreche dem Zwischenruser, im Verlaufe meiner Ausführungen noch daraus zuriick.zukommen. Ich habe es seit Jahren abgelehnt, über das Verhältnis'des Zionismus zu unserem Verband zu reden: ich habe nur immer gesagt, das; ich Verständnis dafür haben könnte, wenn eine gewisse Ttrömung |)er zionistischen Partei sagt: Wir können uns den Iugcudvercinen nicht sympathisch gegenüberstellen, die sind uns gefährlich — und ich habe immer gesagt: Hut ab vor der Ueberzeugung. die o s se n sagt: Heraus aus den Iugendvercinen, Gegnerschaft gegen die Iugendvereine oder wenigstens keine Sympathie für die Iugendvereine. Aber gestatten Tie mir heute, nicht etwa über das Verhältnis der Zionisten zu uns. sondern ii». offiziellster Weise über das Verhältnis unseres Verbandes zur deutschen^ Zionistenpartei zu sprechen. Ich habe gedacht, das; der nächste Tay. den ich aussprechen must, nie über meine Lippen zi; kommen brauchte. Wir sind von keiner Teile so schändlich und schmäh-