Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 4 (1913)
- Issue
- 6/8 (1.6.1913)
- Date
- 1913-06-01
- Page
- Seite 173 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/4926451-6352289-6352366--0585-4926709- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 173 — uni) werden mit Vergnügen iiine Besprechung mit der Geschäftsführe rin in die Wege leiten. Darauf schrieb der Vorstand mit Recht: Es isc zu spät geworden; an demselben Tage wurd: das Verbandsbnreou nach Frankfurt verlegt und der Vorstand konnte keinen Vertreter n ehr schicken. Ich habe die Empfindung, daß der Vorstand' mit' ''seinem Schreiben an uns und tstit der Behandlung der Sache nicht die Neutralität gewahrt hat, unh ich glaube, daß der Herr Vorsitzen! e uns natürlich nachher eine Rechtfertigung jzines Verhaltens ' geben wird. i Ich komme dann zur Begründung unseres Antrages, selbst. Ter Antrag hat ja schon seit einigen Wockien in unserer Verbandszeitung gestanden, und ich nehme an, daß alle Delegierten sich mit der Frage 'chon etwas beschäftigt haben. Ich brauche Ihnen deshalb die zugrunde, liegende Resolution, die der Zentralverein kürzlich gefaßt hat, nicht mitzuteilen. Tie Sache ist so: Wir haben im Verbandsvorstande einige tRitgliedcr, die als Vertreter^ ihren Organisation einen Sitz .dort baben. und zwar sind das nach 8 3 ein Abgesandter der Großloge für Deutschland. des Zentralvercins deutscher Staatsbürger jüdischen Glauben. und des deutsch-israelitischen Gemeindebundes. Tiefen Veroanden ' it man damals einen Sitz im Vorstand eingeräumt, weil' dicic Bei ände große Verdienste um die Gründung unseres Iugendvervandiis baben und weit ihre Tendenzen zn einem Teil mit denen der Iugendverbände übereinstimmen, ihnen aber in keinem Punkte wiher- 'vrcchen. 'Diese Verbände waren damals und sind auch im allgemeinen beule neutrale Verbände, ihr Sitz im Vorstände widerspricht also auch nicht der Neutralität des Ingendverbandes. Das hat sich jetzt geändert; der Zentralvercin deutscher Staatsbürger jüdishen Glaubens - bat in seiner letzten Generalversammlung eilten Beschl iß gefaßt, der üch gegen die Zionisten richtet; die Herren des Zcntralvereius werden natürlich nachher ausführen, dieser Beschluß richte sich t irfit Degen alle Zionisten. IX» facto trifft er aber doch alle, da die Zionisten die. Beschlüsse des Baseler Kongresses anerkennen, der' ausdrücklich'jüdischnationale Erziehung verlangt. — Deshalb können die Zionisten natürlich nicht mehr dem Zentralverein angehören. Nun wird ciügewandt, der Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens wäre auch jetzt noch neutral und hätte niemals etwas anderes getan, als für die Emanzipation der Juden in Teutschland zu wirken. Das stimmte bislang; der Zentralverein hat zwar auch schon bisher in einzelnen Versammlungen, auch oft in dent offiziellen Verbandsorgan gegen die Zionisten Stellung genommen, besonders die Redner in den Versammlungen, in denen neue Ortsgruppen des Zentralvereins gegründet wurden. T a s waren private A e u ß e r u n g e n. Jetzt ist es anders geworden. Es äeht ans den Berichten .über die Tagung ganz deutlich hervor, und!der»offizielle Redner, Herr.' Iustizrnt Fuchs, bat auch ausdrücklich betont, daß es früher zwar Alleinaufgabe des Zentralvereins gewesen ist, gegen den Antisemitismus zu kämpfen, daß er aber eingeseheu habe, daß das nicht ausreiche! und daß der Zentralverein daher von jetzt ab auch in allen innerstolitischen jüdischen Dingen Mitarbeiten wolle. Herr Syndikus Ludwig Holländer hat dann in seiner offiziellen Einleitung zu diesem