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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1913-06-01 · 6/8 (1.6.1913) · p. Seite 172

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
4 (1913)
Issue
6/8 (1.6.1913)
Date
1913-06-01
Page
Seite 172 (sequence 13)
Language
German
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— 172 — Vorsitzende schon zu gegeben, Satz das eine zweifelhafte Frage sei. o«±i habe gehört, Satz auch an eine Anzahl anderer Pereine diese Frage gerichtet worden ist. Tagegen habe ich nicht verstanden, weshalb ein verehrlicher Vorstand uns um Abschrift eines Protokolls bittet: wir haben das Protokoll auch nicht gesandt. Dagegen haben wir Auskunn über die anderen Fragen .gegeben. — Danü haben wir noch ein Schreiben vom Verbände bekoiiiinen vom 2ö., welches folgenderinatzeii lautet: , „Sehr geehrte Damen und Herren!! Sie haben am 13. ds. Mts. einen Antrag zum Delegiertenrage des Iugendverbändes cingereicht, der den Ausschluß des Zentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens bezweckt. Da dieser Antrag für die zukünftige Gestaltung unseres Vjerbandes von grötzier Bedeutung sein kann, legen wir Werl darauf,!uns Möglichst in den nächsten Tagen über den Antrag mit Ibnei anszuiprcchen. Wir bitten Sie, mit möglichster Beschlcnnignng eine Mitgliederversammlung Ihres Vereins einzuberufen: zu derselben wird sich die Unterzeichnete Geschäftsführerin einfiuden. Wir war« n Ihnen, sehr verbunden, wenn Sie die Mitgliederversammlung aus einen der nächsten Tage einberufen könnten und bitten Sie, uns Ihre Antwort postwendend ver Eilboten zukonimen zu lassen." An und für sich ist die Maßregel, die der Vo csland getroffen bat. ja zu begrützen. Wenn irgend ein Verein einen Ä ntrag gestellt bat, der dem Verbandsvorstande als schädlich für die Verl andssachc erscheint, bar mit den einzelnen Verliegt die Sacke allersich eine Reihe anderer er natiirlick das Recht und auch die Pflicht, sich einen über diesen Antrag auszusprechen. Hier dings etwas anders. In der Zwischenzeit haben Vereine an den Verbandsvorstand gewandt, z. B. der Vereiir Halberstadt, der gemeint hat, es läge im Interesse der Neutralität, wenn dieser Antrag nickt.von einein einzelnen Verein, sondern von dem Verbandsvorstande, der ja die Neutralität zu wahren hätte, selbst eingebracht würde. Diesem Vereine hat man geantwortet: Das hält der Vorstand nicht für richtig: autzerdcm härte ja schon der vieler Iugendverein den Antrag gestellt. Daraufhin haben andere Vereine auf die ordnungsmäßige Einbringung dieses Antrages verzichtet. Tann ist es aber natürlich unrecht, datz der Vorstand nachher versucht, den einzigen Verein, der rechtzeitig den Antrag gestellt hat, umzustimmen. Es ist nicht dazu gekommen; aber hätten die anderen Vereine das unterlassen und der Kieler Jugendverein wäre umgestimmt worden, io läge der Antrag nickt vor und man hätte den anderen Mitgliedern die Möglichkeit genommen, ihre Anschauung hier vorzutragen. Es war uns lxider nicht möglich, die Mitgliederversammlung so schnell einzuberufen — cs war geräde in den Zwischentagen des Passahfestes —, wir konnten erst für den übernächsten Dienstag, 10 Tage später, die Versammlung einberufen. Wik haben dem Verbandsvorstande geschrieben« wir würden uns natürlich freuen, den Vorstand in unserer Mitte zu sehen, möchten aber nicht verfehlen, ausdrücklich zu bemerken, datz der Bestick keine Aenderung des Beschlusses oder des für den Telegiertentag cinzubringenden Antrages zur Folge haben könne; wir verschließen uns aber nickt der juristischen Wahrheit: .Vuckintnr et altera pars, r. ■ '

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