Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 4 (1913)
- Issue
- 5 (1.5.1913)
- Date
- 1913-05-01
- Page
- Seite 147 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/4926451-6352289-6352364--0529-4926656- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
! 147 — Spredjfaal . —;- ■ L ■ Wir erhalterr die folgende Zuschrift ukd geben ihr gern Raum rn der Hoffnung, datz auch andere Leser das Wort Au der angeschnittenen ^rage ergreifen. Tile Redaktion der .Mitteilungen''. vie wissenschaftliche 6etnachtung5weise von fragen der jüdischen 6eiste5leden8 im Nahmen der sugenddewegung. Nachdem Lombart seine nIIfeitnieüberaus fragivürd'.g gekcnnzeichnelcn Untersuchungen über den Anteil der Audi n am deutschen Wirtschaftsleben veröffentlicht bat, ist die Frage nach dem Vdite-il der Anden am gesamten »ultnrlobcn tvieder einmal aktuell geworden und die, Enqueten, Disknssivncn und Erörterungen schießen ivie Pilze güs dem Btatter».mlde j livischer und nichtjüdischer Leitungen berveir. Dies ist'kein Wunder, da in einer so beikleu und ivissenschaftlich noch so ungetrübt:n Aiigelegenbeit, wie.es die stiasscnfrage ist, s^ist jeder eine besondere Meinung vertritt, und-da -jede geäußerte Ansicht das Gefühl jo und so vieler perlebt, nicht zum mindvstcn , aus dem Grunde, weil sie eben nur mit Gründen des Gefühls, vertreten iverdcn kann, mag sie sich auch in das Mäntelchen einer rein wissenschaftlichen Untersuchung hüllen. Gegen das Gefühl kann man aber noch ivcingcr als gegen den Geschmack ftreitcn. Ilm so mehr muß inan, und das soll-der/Zweck der vorliegenden Ausführungen sein, immer und immer wieder daraus hilf--- lveiscn, daß eine unter dem, Gesichtswinkel der stiassenforschung vorgcnommenc Untersnchuug heute noch ausnahmslos unter dem Einflüsse, von GesühlSoeweguilgeu -betrieben ivird, daß sie also stets auf Porurteilcn beruht, - deren wissenschaftliche Berechtigung, auf solch schwachein Fundament basiert, daß sie einer ernsthaften tvissenschafklichci, Bettachtiing füglich nicht zu Grunde gelegt werden sollte. Werden Ansichten, >vic die geschilderten, nitter offener Flagge geäußert, so sind sie an sich noch ungefährlich. Man kann ihnen mit den Waffen, der .äritik zu Leibe gehen und im Lichte einer von gesunder Skepsis ausgehenden Nachprüfung werden sic eine» großen Deil ihrer Ileberzcugungskrast ein- - büßen. Gefährlich aber, weil Verwirrung anstiftcnd und Falsches verbreitend, iverdcn sie erst, Ivcnn sie sich in Betrachtungen cinschleichcn, in dcnci: man sic nicht vermutet, und wen» sie an Stehen geäußert werde», wo. si.- mangelS ausg^bildetcn Urteils mehr oder minder kritiklos .hingcnommcn tverdcn. DieS^chjt leider in letzter Zeit allzu häufig der Fall gewesen. Bon sich an den Artikel von Dr., anschloß, will ich hier 'ganz wenden, die in den Spalten der berühmt gdwordcncn Äunstivartdebatte, die Moritz Goldstein: „Deutsch-jüdischer Parnaß" absehcn.' Ach tvill mich nur gegen ztvei Artikel unserer Zeitung in den letzten Monaten veröffentlicht worden flnd. Iveil sie mir für die oben von mir skizzierte Art der ttzpisch erscheinen. Ach meine den Aufsatz deS Herrn AuliuS Bab über „den - Anteil der Anden an der deutschen Dichtung der Gegenwart" aus dem' Dezemberheft und den Artikel von. Herrn Arnold Zlveig über „Hebbel" in der Märznummer der „Mitteilungen". Wenn z. B. dort die Anschquung vertreten Wirb, daß den Juden infolge ihrer ererbten Eigenschaften die eigentliche dichterische Produktivkraft im Betrachtungsweise besonders >