Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 4 (1913)
- Issue
- 5 (1.5.1913)
- Date
- 1913-05-01
- Page
- Seite 148 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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— 148 itl'cr unreinsten und stärksten Sinne des Wortes mangelt, und daß Ihr Anteil an der' deutschen Dichtung der Gegenwart kein im fiöcfiftcn Sinne schöpseris her, wenngleich crti durchaus positiver ist; wenn hier als Quintessenz der Betrachtung üder Hebbel de» jungen siudcn gepredigt wird, sie sollten, solange der Goethe aus jüdischem Blntc »och nicht entstanden ist, die von großen Dichtern anderer Rasse geschassci c» gestalten aus der jüdischen Geschichte in iliren Seelen uinschmelzcn, sie „aus jüdische Art nach- und »mieden", u» sie ihren Herzen näher dringen zu iönncn, so geht das doch üder das Mas; desjenigen hinaus, was in einer e citschrift verösscntlicht iverdcn sockte, d.'rcn Leserkreis sich aus jungen Menschen unt die zlvanziger suibre herum zu animensevt, und die bewußt aus nei tralein Boden stellt. Um etwaigen Miszverständn isscn vorzudeugcn: ^ch miII nicht etwa die moderne psvchologisch-soziologisch' Belrachtungsiveise aus den Beiträgen, die uns hier gedotcn werden, ausfcschaltet wissen, Artikel, ivie sie die alte Schule liedte, üder „Les'ing unl die. ^uden", „Goethe und die 'siibcii" und ädnliche. die nach der Schadlon einer henke mm einmal nicht mehr zeitgemäße» Aissschlachtung des Humanitärsideals der klassischen Period? in linoralisierxnder svorm uns darai f Hinweisen, ivas der oder jener grosse Geist jfiicf oder dg üder uns finden geäußert hat, sührcn edcn nicht viel tveiler aus ^dem der jüdischen fugend der Gegenwart gesteckten;stcle. Muß mau darum gleich in das entgegengesetzte Extrem Versalien ' Müssen A nscha i gen, »velche nach 'A»sicht ernst zu nehmender Vertreter der svachwissens.dasr günstigenfalls als höchst prodlematihgi dezeichner iverdcn dürfe», in Sch'idemiinze verivandelt und unter das arglose Volk verteilt werden? ,>u einer eingehenden -Siritif der deidcn ziliertc» Anssäbe inangelt es bier an ckiäum. «es kann jedoch jeder Leser die dezcichnetcn Arbeiten dai ausbin noch einmal znr Hand nehmen nnd ivird dann das hier gefällte Urteil deüäligl sinden. Rur ganz kurz zum Schlüsse: Hätte es nicht genügt, wenn in dem '.’titifcl des Herrn Bad darauf hingeiviescn worden wäre, das; bisher die deut chcn ^udcn keine produktiven Schövicr von der Größe der andern dent chcn lileinesheroeu auszinveisen baden, ivödei die Rüchtigkeil der aus den Tatsachen von dein Herrn Verfasser äezogcncn srolgcrungcn ganz dahingestellt dleidcn mag? War es nötig, du s ani dlutsuiäßigc Veranlagung zncückzuiübren Mit-Herrn Zivcig nun gar mag ich üderhaupt nicht rechten. Wer den jindcn als;jiel wünscht,, sich im stiahmen eines nationalen Volkes als jhöpferische Einheit anszutvirken. der mag auch den fludcn die unbefangene Art adsprcchcn, die <»lestaltcn eines Dichters so zu empfinden und zu betrachten, wie cs dieser selbst getvollt hat. Lolche Anschauungen zu hegen dlcidt sulbstverständlich jedem nndenoinmcn. Ausgesprochen aber sollten' sic mir an solchen Stellen iverdcn, >vo man zu Gesinnungsgenossen oder zu'Gcigncrn itra- Ugelicht. redet. Werden sie in einem Blatte, das als neutrales Qrgan einer ne len Geincinschast gilt, in der Hülle von Aussätzen geäußert, die cincg^> mein bildende» (jweck verfolgen, so werde» sie, od beabsichtigt oder. ' dein Leser eingeimpst, der ohne scharfes eigenes Urteil an sie herantrikt. iss wird dann det objektiv wissenschaftliche Standpunkt verlassen, t.'obci sch ^durchaus selbstverständlich betrachtet wissen möchte, daß rein sub ektiv