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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1913-05-01 · 5 (1.5.1913) · p. Seite 146

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
4 (1913)
Issue
5 (1.5.1913)
Date
1913-05-01
Page
Seite 146 (sequence 19)
Language
German
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— 146 — Tag das jüdische Gem.indxle^en im Annern einer gcwigen Spannt ng und leidenschaftlichen Beivegnng sticht entbehrte, zeigen die unter dem Ran en der .(lann-.Eulpschen Wirren dekanntcn Pörgänge des Id. siahrhnnderls, die sich um die Machtansprücke zweiee ehrgeiziger sramilie» innerhalb der (Gemeinde drehen. Unter den Einrichtungen der Gemeinde interessiert uns besond. rS das der Armen- und .(trankenpflege gewidmete Heckbus oder Hckdesck, das 16 Insassen sagte und 1535 auf Gcmcinsdeboden neben dem srri.dbof erbaut war. Ter Wobllätigkeilssinni der jüdischen Gemeinde Frankfurts ini Mittelalter muj; nach heute unsere Pewünderitng erregen. Wurden dach z. B im siahre 1173 von. 13 jüdischen Steuerzahlern nicht weniger als. 33 Arme unterhalt;n. Reben d m ,;remdenspijtal erstand im 18. siakrhundert ein neues Spital, m,i stattlicher Bau von freundlichem Aussehen, das jedoch .(tränke nur gegen volle Bezahlung aufnahm. Ilm auch alleinstehenden unbemittelten Gemeinden ilgliedern Hilfe in .Nraiikbcii zu fidicri), gründete 1738 ein sozial denke» 'er 'Mann die uoch> beute bcsl.bente Mäbnerkrankenkasse. der bald eine e itsprecheude Einrichtung für grauen foltie. Reben der ncuen^Snnagogc im Bcrneplatz siebt man vom jeriedbof stu. 5 kleine schiefergedecklc Häuschen mit bübscheu. gleichförmigen Giebeln; das sind die allen .(lrankenkassenhäuschjen. h. nie als Beaintdiuvohuungen der Gemeinde, benützt. Tie .(irankcnkas en selbn haben direkt davor, am Rechneigraben, ein neues schönes Gebärde errichtet. i r~\ r stm 1,Jahrhundert ivurde die siudengasse durch mehrere fnrchtbtrre Brände heimgesucht. 1711 fiel die ganze Gasse, 1731 ein Teil dcrsel >en den ,Hammen zum £ pfer, und lvas von der Habe der siudcn damals nicht verbrannte, fiel in die Hände der christlichen „Retter", die unter dem Borivand der Hilfe plünderten, wo sie konnten. Ter Rat gewährte den?u>cn seine Hilfe beim Wiederaufbau und gestattete ihnen sogar, ivährend des .Interims'Hei Ebristen in der Stadt wohnen. Ta>g.'rnd gab ihnen di Nu dieses Recht der svnrit-Prim'as Tal >erg IM I, der überhaupt ihre Emai zipation gemäß den Prinzipien der i französischen Revolution proklamierte. Tie.nachfolgende Reaktion freilich suchte die alte Unfreiheit der 'sitöcn wielerherznsrellen, drang aber infolge der energischen Gegenwehr der Gemei ide jerankfnrr, die bis zu 'der „Bundesversammlung" mit ihren Beschwerden ging, nicht durch. ,Tie 1763 von den seranzoscn niedergeschosscne siudcngasie ivurde verbreitert ivieder anfgelxnit. aber sie erlangte nicht mebr die Bedeutung der früheren;icu, 6a viele vermögende senden sich in der Reustadt idem „l'jtend"> ängekanft hatten, sihre Häuser verivnhrloitcn. und schließlich ivurde die als Sehenswürdigkeit von jvremdcn besuchte sindcngasse mit Polizei gcivalt geräumt. Ein völlig neuer Straßenzug, die Börnestraße, nln ml seil I ungefähr ihre Stell? ein. Tie Snnagoge hat ihren Platz behalien, ist aber ganz renoviert. Tie sanitären Perhällnisse unter den Hilden Haien nachiveislich seit 'Aufhebung'des Ghettos eine erhebliche Besserivig erfahijcn, ivas besonders ans der günstigeren Morlaiitälsstatistik erhellt. sin neuerer .'seit ^i't die Geschichte der srrankfnrler senden von der Stadt srrnnkfnrt überhaupt nicht zu trennen, da die siudenheit an allen i ■i städtische Gemeinwesen fördernden ivirtschaftlichcn und geistig-künstlerischen Beikrebnngen und UnterneKincn regsten Anteil nimmt, in nicht iveni icn srällcn auch die sinitigtive ergriff, und da andererseits die Stadtgeineistde Frankfurt in gereckter Würdigung der Bürgertugendcn der Kiesigen stur enbeit mit gleichen Pflichten auch gleiche Rechte wie der nichtjüdischen Bevölkerung verlieh. f Dt. M artha Löffle der >as

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