Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 4 (1913)
- Issue
- 5 (1.5.1913)
- Date
- 1913-05-01
- Page
- Seite 132 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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— 132 — ’.entialiftiidie Welöurirttdvift erforderlich. Es mutzte erst dllr ll a pitalismus. Ciic Zusammenfassung und Zinsbarmachung!mohilei und disponibler ztapitalmengen :n den Händen des Grotzuntevncb ner Nuns, gebaren iverden. da; im einzelnen gesdiab, kann b!ier licki geschildert lverden, es mag Ziuv gesagt sein, datz es nickit in allei Ländern gleidnnätzig und gleichzeitig gesdiab. England und Urank reidi besonders, die frübzeitig duich ibre iiberfeetfd.it’ Kolonisation, turd cinträglidu’ .Kriege lErobersing wolirik» reich geworden waten,' ver modlten viel schneller nun Kapitalismus und somit auch z^lr grotz gcwerblidx'n Wirtsdiait überzugeben als Teutsdiland, das! bis zu Mine des 19. Zalirbunderts ein ausgesprod,enes Binnenland gewesei war. La kam es. datz besonder- England bereits in der ersten Hilft des 19. j>abrbu»deris neben! seil ein grotzen Weltbandcl einesblühend' Znduslrie veiatz, ivährend Teiltidjland erst in der zweiten Zabrlnni icrt bälfre nach seiner politisdieN Zentralisierung im norddeutschen Zoll verein und später im Xoiitidien Weid) seine wirtichastlicbe Umwind lung vornebmen koililte. ^ast bis zur Blitte des 19. ^abZuinl ert dauerten in Teursckilanü die jf i r a n z i e l l e n B o r bereit u n e i tür die.wirlschasrlidie Zionzentration, und es ist zweifellos, das ai dieser Ansammlung von mobilent .Zlapital, dieser Anreicherung de" Wirtickiaft.mit Hotumtcm (»Iclöe, £>ic Z u d e n in erster Einw beteilig ivaren. -Teils alis Gründen einer natiirlidien Eliarakterveranlag rng teils aus Gründen hiftoriiHieri und enttvicklungsgesdliditlidier Art Ter jüdiidie Ebarakter ist vchi sifatur aus — und diese natürliche lier anlagung ist durdi eine viblbulndertjäbrige Gel'chidlte bis zur rill .ieitigkeit verstärkt worden —i betvcglidi. sdiweisend, lanidi- und bandel ijiduig, einer rubigeu, breitest und selbslznsriedenen Tetzbaftigkeit tidir geneigt. Er vermag sidi nidil damit znsrieden zu geben, konsertativ und traditionell aut einer Zcbolle zu sitzen und seinen Besitz langsam und abwarteüd zu meliren. Er drängt nadi Umsatz, Transak ion, Wedu'el und iuait dabei sein Bermögen niid seine Wirtschaft schnell, külm, manchmal sprungbaft zu mebren und auszudebnen, E>' ist dabei von 9<atur aus wie alle raftsüchligen Menschen sparsam, ja geizig. AI-, guter.Hauslialter verstellt er das Envorbene zusammenzuballeii. seinlen Besitz zu konsolidieren und trotz aller Rübrigkeit un > Unternebttiunäslust nicht in zweckloser Experimenten zu verzetlelr. Er gebt überdies iliit der modernen Zeit, eignet sich neue und praktis ber: Metbodeu sckinell an. und h'ält, um in geeigneten stalle einen Eoua ssotort ausfübjren zu können, seine Miltel so weit als möglich pural. Tiefe Hinneigung zur Mobilität des Vermögens ist durcki dije gesckickitiliche Entlvickljung oder vielmebr durch die gesckiichtlid,e Beschränkrnc. der die Ludest bis in das 19. ^abrbnndert binein in Teutsdilan) uiiterworsen waren, nodl erbeblich gesöri>ert worden. Zn engen Ral,on z zusaiiliuenged längt, auf das Gbetto angewiesen, batten die Juden licht!die Möglichkeit, ibrer Tätigkeit eine breite, bodenständige fisrund lag.- zu gebeir. Tie konnten keine umfangr.'id,en Eändereien oller son'tig! iEiegenschastev erwerben, sie wurden in die Rolle'der Händler, (sielt- Wechsler und manchmal auch der Wucherer gedrängt, und erlangtes i l oieteN ibiien -ilgönglickien Bernsen eine Tüchtigkeit und Ueberlegeübeit der Praxis, d^e ibnen grotze Ebancen eri ffneten. aber auch d^e Art ichrer t!