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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1913-04-01 · 4 (1.4.1913) · p. Seite 111

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
4 (1913)
Issue
4 (1.4.1913)
Date
1913-04-01
Page
Seite 111 (sequence 16)
Language
German
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— 111 — sci's drum! Ist der Augenblick dazu angetan rnd reißt spontan aus «der >ungen Wandererbrust das laute Bekenntnis Macht, so wird kein Mitzton erklingen, wollten bekennen, da sie ihn in gleicher Weise erkennen.. Religiöse Lieder zu singen.ist nicht We ndcrvogelbrauch. Der Gruß c: n die ausgehende Lonne ist sein Morgengebet, und die laut herausgejubelte Freude an der herrlichen sein heraus. Gottcswelt sein Glaubensbekenntnis und da gißte ährist und Jude. Daß die Landbevölkerung „durchweg antijlemUisch" ,s>, äs sällt deni Bauern zunächst garnicjt ein, zu un glaubt. Wohl aber fühlen sie sofort dünkt, mit ihnen mitzumachcn, oder zufühlcn und mitzulebcn. Der Jude unter dcil gmiz besonders eigenartige Manieren haben, wen gegenüber unangenehm auffallcn sollte. Wir haben in manchem Bauernhaus schöne Stunde» verlebt. fiaPcii mit den Leuten geplaudert und gesungen, aber „durchaus aus die Bauern an* der unendlichen göttlichen alle ihren Gott verschieden keinen Unterschied zwischen iit' unrichtig, tersuchcn, was der Einzelne ob jemand sich zu vornehin ob er Mensch genug ist, mit ihnen mit* Wandervögeln müßte schon x er als solcher den Bauern chöne Tour durch Masuren zwei Juden ln der Gruppe gewiesen" waren wir nicht. Ich denke an .eine mit einem Abstecher ins Zarenreich. Wir tvarcn und lebten mit allen Kameraden im besten Ein Verständnis. Die selbst ab* 'gekochte Erbswurst behagte nicht schlechter als das Bauernguartier. Dann kam in der Nähe von Insterburg ein Tag und eine Nacht aut einem oft preußischen Feudalsitz, wo uns der Besitze» des Rittergutes aufs bene aut* nahm. Kein Mensch ist uns Juden anders begegnet als den Kameraden. Zum Schlüsse nahm die ganze Gcsellschatt in Königsberg ein Mann auf — im Zentralverein nicht eben unbekannt —, der ein .öcr.j hat für deutsche Jugend, und aks Gäste des Juden fühlten sich unsere christlichen Kameraden ebenso wohl, wie wir Juden uns im christlichen .Öause gefühlt hätten. Nie ivare cs einem von uns eingefallen, derartig: Unterschiede zu machen. Daher.erkläre ich es — im Gegensatz zum Einsender des ersten Äriikels '— iiit durchaus unbillig, ganz allgemein die jüdische Jugend vom'Eintritt in den Wandervogel abzuhalten. Wer das Zeug dazu in sich fühlt, soll sich ruhig melden; , unsere rein jüdischen Jugendvereine beiveiscn, wenn es .eines solchen Beweises überhaupt bedarf, daß unsere Zugehörigkeit zum Judentum uns niemals ungeeignet machen kann zu sportlicher und gut tamcradschaktlicber Betätigung. F>l a r e r.

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