Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 4 (1913)
- Issue
- 4 (1.4.1913)
- Date
- 1913-04-01
- Page
- Seite 103 (sequence 8)
- Language
- German
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I i ■ 1 ' . ■i ~m~ - Sitteuiieiet. Das 2itlengesetz wird in Bibel und Apokryphen, Talmud uud Midrasch, Bibel- und Talmudkommentc ren, Mischneb torah und 2chulckan aruch, 2itlenlehren und Religion- Philosophie,- iGebeten und Predigten, kurz von. d e ui Judentum aller Z11t c ». mit tiessre m Gruft gepredigt.' Und man vergesse nicht: Der Dekalog ist ein Hauptstück in den katholischen und Prctestantischen Katechismen^ ^bn preist Luther „als den höchsten 2chatz, vin Gott gegeben". Run ja. Aber am Judentum ist das „Gesetzliche" herausgehoben. 2a behaupten Protestantismus uiid Katholizismus. Das Judentum sei zu genugsam. Ihm genüge die äußerliche Frömmigkeit, die bloße Legalität. der gegensätzlichste Gegensatz zur Moralität. Und doch wird a o m I » d e n t u ni j e d e m e ch a n i st i s ch ', he u ch l e r i s ch e u n d k a p i: a l i sr i s ch e Frömmigkeit g e b r a n d m a r k t. Dem Judentum ist das e r z ein Hauptorgan der Frömmigkeit. Mag iein. 2olche Frömmigkeit wie von der Bergpredigt werde vom Judeiitum nicht aufgestellt. Hier offenbare sich das Christentum als das Neue, als das Bollendete äegen iber dem Judentum. 2o rufen triumphierend selbst Christen, die sich vün dogmatischen Christentum losgelöst haben. Tie Bergpredigt nämlich polemisiert gegen das Alte Testament, als wäre sie die höhere West beit. Wer diese Weisheit ichari geleuchtet, nimmt wahr, das; sie zum Teil dem Alten T e st a in c ix t e n 11 e b n t,| z u in Teil v o m Alten T e st a m -ent ii b e r r a g l ist. Die 2ozialetbik z. B. ist i ix der Bergpredigt, sch im ganzen 'Neuen Testament nicht so grandios wie un Alten Testament, im - Judentum. . ' .! 2. Das 2itte>igcietz soll respektiert werden. Jede Bcrletziuig m i|tm Judentum und dem Christentum, eine 2ünde. Ter Mensch abors lehr: die .Kirche, ist von Adam Iier sündig. Ja jedem Menschen niste die- E r b > ü n d e, das „Fleisch" d. h. das Ungei voitt 2 a s. a u. Jene Doktrin, zu welcher der richtung innerhalb des neiltestaiiientlichen 2ck!rifttuins. den Ton angab. Ausgcbildet wurde sie vom Kirchenvater Augustinus, den der Protestan tisnius und der Katholizismus aus den 2d>i Dogma. 2ie zeitigte ein zweites Domina: die Erlösung der sündigen Plenichheii durch den Tod des Erlösers. „Eilösung" bedeutet zu aller erst: Um. des Erlösers wiljen, der „für die Menschheit litt und starb verzeihe Gott der Menschheit denn der Erlöser trage die 2ünden der Menschheit, d. h. er nehme in letzter Instanz für die 2iinden der Menschheit auf sich. Die Ergänzung hierzu will gleichfalls in sein: Um des Erlösers willen werde der Men der Heiligung, die er. der tiefinncrlich Verderbte, n icki 1 ,a u s e i g n e r lll r a i: zu erlangen vermöge, begnadet. istlichc, das sich als „böse, üft", als t i c'f i ii ii e r st e! B e r d e r b t h e :t etabliert Aufgestachelt Paulinismus, eine Hauptdie B e r a n t w o r t u'n g der „Erlösung" enthalten sch vom Heiligen Geist mit