Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 4 (1913)
- Issue
- 4 (1.4.1913)
- Date
- 1913-04-01
- Page
- Seite 101 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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— 101 — I . 2. Tai’ Christentum hat vom Judentum den heiligen Gott ererbt. Gott aber darf, um an seiner absoluten Heiligkeit gar nichts einzu bützen, nickt um -Haaresbreite sich ins „Jrdi Gott mutz l r a n S s z e n d e n t (autzerweltlüh, reingeistig) sein , und che" Hineinmagen. D. h. aus: „Gott ist ein Geist", zum Teil mit Hilfe des Neuen o f f st e Wide r s p r u ch ist: Cs predigt Gottessohn und g des Gottessohnes, alio bleiben. Tas spricht das Neue Testament Das Christentum stimmt zu, um Testaments das auszubauen, Mas der schr ■,ii (Voltes Transszendenz G o l le s m u t t e r. - Cs verherrlicht die M e ists ch m e r d u n einer Gottheit. Cs huldigt dem B i l d e r ü i e n st, vor dem das Neue Testament eindringlich ivarnt. Im Katholizismus kommt er zur stärksten Ent ialtnng. der Protestantismus verehrt immerhin das Bild des Gottes iolmes. alio einer Gottheit. Cs lehrt „C r k e n n b a r k e i t" Gottes, bemüht, das „Thesen" des Vaters des LogoS, die „Naturen" des Lohnes zu ergründen. Wir mallen, nach einem Worte der jüdischen Weisen. Tas Christentum hat. sich ,. „das erste '.»erst, das letzte zuletzt" würdigen. Ten G o tst c s s o b n schien wir.'dem s ü d i i äi e n Boden nicht entsprossen. Wo jfeiii Gottessohn, da keine Gottesmutter. ' 1 Tatz Gott Bl c n s ck werden kann, sagt n i chl' e i a m a l Pch i l o, g e i cli m e i g e d a s I u d e n t nun. Tie Äibelkritik' freilich entdeck: im Alien Testament die Menschwerdung Gottes. Aber ne verkennt nicht die g r o tz e n Bedenke n,'die^ans der Bibel selbst sich entgegenlürmen. Noch ein zweites, anscheinend gravierendes Moment gegen die Bidet, nicht minder gegen Talmud, Midrasch nsw. eilt herbei "Was sollen die Wendungen, die Gott „vermenschlichen"? Verträgt es sich »lii der Transszendenz, datz Gott sieht, hört, sich freut, sich betrübt, gerade wie ein Mensch es tut? Tie Lösung, isst, datz sogar ein Philosoph, der aut den Höhen des Denkens einherickreiset, dennoch in der „praktischen Neligion" eines Gottes bedarf, der sich nicht ins Abstrakte verflüchtigt. Cs handelt sich ja nm sb I o tz e A ui s d r ü ck e: nicht um Vorstellungen über das „Wesen" Gottes. Und der t r a n s s z e-n d e n l e G o i t wird v o in Indent u m b c t o n t, von der jüdischen Neligionsplülosophie mit wissensc?iastlictieni Ernst befestigt.. An Tchärse geht Maimuni voran, der Meister. Datz das Judentum dem-so akzentuierten kransszendenten Gott m i ch t in irgendwelches „Bild" einzwängt, ist regelrechte Konsequenz. Wegtveiserin ist die Bibel. Nickt nur, datz sie zur Nicderkämpfung des Bilderdienstes alle Rhetorik aufbietet, sie schwingt mit gleichet Wucht die Tamaszencrklinge schneidenden Spottes. - s . — Gones Bildlosigkeit aber ist gleichsam! das Symbol seiner Unerkennbarkeit. „(Dott ist u n v e r k e n n b alr", lebrt die Bibel, ldbrr das Judentum. Ter gewaltigste Wostfübrer ist Maimuni.!