Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 4 (1913)
- Issue
- 3 (1.3.1913)
- Date
- 1913-03-01
- Page
- Seite 80 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 83% known words query
- IRI
…/4926451-6352289-6352360--0450-4926581- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
80 Anfangsgfünden der deutschen «ochriflsprache vertraut geworden sind. Am iveri- __jjpUften aber für die spätere Ausbildung ist d r Ilmstand, dass mit Hilfe des so viel gescholtenen Jargons der Estjude sich sofort in eine bessere Umgangssprache und feblersrcie Ausdrucksweise hineinfindct. So bildet bier der Jargon eine nicht zu unterschätzende Kulturbrücke zwischen D)t und West und schasst die Bor aussctzung für jede geistige Hilftleistung. der Ausgabe anfangs noch mit ziemlichen S bwierigkeiten verknüpft. mnock aber zeigt sich die Lösung Set soll den llnterrtdjt ein u n d v v n wem sollen und Weise, wie man in Leipzig , soll im folgenden dargeran sein. Nahezu zwei Drittel Hertunsl. Ein grosser Teil bc- Bisele betreiben den Handel im llm- Ter Mehrzahl fehlt noch jegliche Drei Fragen erbebt» sich: erteilen, wie soll er beschaffen s die K o st e n gedeckt werden? Tie An hier überall die Antwort zu findln gedacht ba Bekanntlich wobnen in Lei >zig über 9( HO Juden, von ihnen sind österreichischer und russischer findet sich in kümmerlichen Berbiltnissen. berzieben und bereifen Messen und Märkte. G^wandbeir im schriftlichen Gebeauch des Teutschen. was für alle fast ein ., ernstes Hindernis für die Berbeff:rung ihrer ozialen Lage bedeutet. Um ibnen zu helfen, wurde im Frubjabr 911 von jü>ischen 2ludestten die ..Akadc- »I i s ch Ol e m e j II s ch a f t f fi r jüdische Kulturaribei I" lAgika) errichtet.-die alsbald^Unterrichtskur c ins Leben rief, sedock iist Herbst bereits aus Mästgel an Lehrkräften ibre Tä igkeit einstclte. Indessen, trotz des anfänglictien Fehlschlages war der Steil nun einmal ins Rollest gibrachl. und bald fanden sich Mittel und Wege, dal.Werk fortzi führen. '■ Ter Jüdisch e Ingendverein z u Leipzig .nabin sich der guten Lackte an und binnen kurzem gelang es de" unermüdlichen Arbeit mehrerer seiner Mitglieder, die Unkerrichtslurse n.u zu organisieren und im Geiste ihrer Begründer auszubauen. Am 8. November 1011 wur >e der Unter f cku mir 7> Kuiförz, ausgenommen. Er fand viermal wöchentlich in len Räumer einer hierzu gemieteten Prival- , . schule statt, und zwar in der Zeit von ff 9 bis 10 Uhr abends. Bon Anfang an beständen ein Sberkurs für die sörtgeschrittel en (I b), eins Miiielkurs für dielenigen, die bereits obne gross,r> Schwierigkeiten schreiben und lesen konnten, in zwei Abteilungen (LI a und I b); schlief lick noch als Grundlage des Jnnktutes der Untcrkurs. getrennt in den obenn Unrcrkurs fITI a) und den sogenannten Analphabetenkurs fllib). Diesei verdient ob der Eigenart seiner Methode und seines Schülermatenals das sti rkste Interesse. Während in den übrigen Kursen klassenweise unt reichtet wurle. zerlegte iman hier aus Grund der bald envorbenen Erfahrung He .0lasse in einzelne kleijie Gruppen von 1 bis 7> Personen, die ihrer individuellen Beranlajwng und ihren Kenntnissen nach iuiu gemeinsamen Unterricht geeignet ^rschi neu. Ta es sich hier säst ausschliesslich um wirkliche Analpba >eten handel e, um Leine,, die wedyr Teutsch. noch Russisch, noch Hebräisch zu sshreiben oder zu lesen vepinochien, also mit den eleinentarsten-Btnfängen der Buckstabenschrist vertraut gemacht werden mussten. ms konnte nur mit diesenz 'Stiften' forgfältigftc r Einzelbehandlnng ein bleibender Erfolg erzielt werden. : s . Auch die Frage der Unterri htsbucher be leitete Ansangs der Leitung grosse Sorgen, da bier die geeigneten l ilemcntarbüö irr für Erwachsene nirgends :m. deutschen Buchhandel existierten. Doch führte die Praris bald zu einigen vorzüglichen Fibeln. Orthographie- und Recki nbeften, die allen Anforderungen des' Unterrichts entsprachen. i' Im zweiten Teil des ersten Halbjahries. in der Zeit von Januar bis März 1912. kamen zu den ursp ünglichen fünf Kursen für Deutsch noch drei weitere Abteilungen hinzu, ein Schreibkurs ein Reckjenkurs und «in Buck-