Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 4 (1913)
- Issue
- 3 (1.3.1913)
- Date
- 1913-03-01
- Page
- Seite 78 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/4926451-6352289-6352360--0448-4926579- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
t 78 2ic antö in diese Dichtungen einen nationalen Gehalt einfühlen, der so wie ne ihn findet, vom Dichter gleichgiltig — und wird in Juden aufgenoinmen, in jüdi deln, und gleichsam nur als erleben,- ja, .Merodes, Mariamre und Judith werden sich, von den jungen che Helden nicht beabs lchtigt ist — aber das ist völlig ludith" da- Walten des jüdischen Gottes und jüdische Seelen verwais ein dahin: erstehendes wird das überall giltigc Menschentum vorhanden sein. Das ist gut so, und ist keine Gewalt, die Hebbel angetan wird: denn las Werk lebt ein.Leben völlig abseits von dem, was der Schöpfer gewollt hat, und es bekommt in gewissen Grenzen die Bicldeut gkeit der Naturdinge, einer Landschaft etwa, olme darum weniger fhr auszudiücken, was es isst. Solange wir keine jüdischen Dichter baten, die um vöst Juden im Proben Kunstwerke -Abbilder gestalten und unsere eigenen Seelen reden machen — hostentlich sind sie aus dem Marsche, Beer Hoffmanns „Grus von Charo-' lais" möge ein erstes Wort sein —; solan re werden wir auf jüdische Art nach und umloben,, was Mnrlowe und Shakespeare, ('orneille und .Aaeine, Lessing, Grillparzer, Ludwig unl Hebbel an jüdischen Gestalten E Drama gebildet haben. Latz uns, von Shakespeares Genie absellend. die deuischen Dichter besonders nabe sind — und ilt Shakespeare beute nicht ein DeutscherV —, wird sich v m selbst verstehen: unser Geist redet deutsch, ohne darum aus wollen. und die neuen jüdin-en Dicktu igen, die wir von heute'und morgen erwarten, werden ir Aber vo'n diesen'vier deutsch«n Dichtern steht keiner uns innerlich jo nabe als Friedrich Hebbel, der als Einzelner unter sctwerem Drucke stark ivarü wie die heutigen gekannt sein Leben lebte, wie licken und abiveichendcn Geis: gegen fick rrovdem ungebrochen und sche als Bolk innig zu wnincken wirken. Möge die Herme Friedrich He der grotzen Stirn, die leben. uhören, jü rischer Geist zu sein und sein zu deutscher Sprache Verlar tbart werden. ssend an e uden als Bolk, der angefeindet und nickt die Judeih der seinen rücksichtslos ebrjeibst kehrte w e sie, und der n Ziel kam, drs den Juden ist: als schöpferische Einheit fick auszurbels, mir tiefen Augen unter nngest Inden ohrincherisch und befehlend an- A r n o d Zweig.