Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 4 (1913)
- Issue
- 3 (1.3.1913)
- Date
- 1913-03-01
- Page
- Seite 75 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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75 Wo bl ist cs nxibr, bah Druck und Ausschließung siltlick verderben; a b c r sic verderben den U n t e Fd r ü ck e r mehr noch als den Unterd r ü ck t e in Eine Aristokratie der Minorität, wie alle andern cs sind bis auf diese eine, kann dbck nock manches Edle entwickeln; sie'macht doch wenigstens Anspruch darauf, sich durch eine sittliche Macht, durch ein geistiges Ucbergewicht der Maste gegenüber zu behaupten; sic flößt der herrschenden Kaste einen edlen Stolz. ein mächtiges Streben nach Ehre und Auszeichnung ein. Aber jene leichte Bedrückung einer geringen Zahl durch eine ungeheure Uebermacht kann nur teigem Uebermut, elenden Leidenschaften Nahrung geben.-- Es ist keinem Zweifel unterworfen, daß, wenn die Grundsätze der Glaubensfreiheit, die die Edelsten und die Weisesten bekennen, nur erst ins Staatslebcn, in das rechtliche Verhältnis durchgedrungen sind, daß dann nach der bürgerlichen Trennung balst auch die gesellige und jedes Vorurteil, das sic erzeugt und bcgr, verschwinden würde. Der - sinkende Nebel der Vorurteile hat die Höben des Lebens verlaßen; er lastcs noch auf den Niederungen; aber der Himmel ist heiter: die unbewölkte Sonne der Menschlichkeit kann ungehindert jeden Sinn erleuchten und jedes Herz erwärmen: ihr siegendes Licht wird bald V die legten Nebel zerstreuen, und e n heller, freundlicher Tag wird dem erfreuten Auge brüderlich vereinte, bessere und glücklichere Menschen zeigen. Aber nach jenem Ziele bürgerlicher Freiheit müssen auch alle, die sie schmerzlich vcriniffen, müssen wir'Jüngeren insbesondere, die Söhne eines Jahrhunderts, dessen. Atem die Freiheit! ist, unablässig streben durch Wort und Tar. Ihm muß alle Kraft, die uns geneben, alles Wissen, das wir erworben, alle Anstrengungen, deren wir fähig sind, zugewandt sein; alle Achtung selbst, die wir errungen, alle Liebe, die wir gewonnen haben, müssen wir für diesen Zweck n, Anspruch nehmen. Zurückhaltung geziem't uns wie jedem, ivo es das Geltcndmache.n unserer Persönlichkeit, aber Kühn heit und; r o fc1 i g c r M u t, w o es die gemeinsame Sache uns ercrGlaubestsbrüder gilt. Es gilt hier nicht. Rechte allein, es gilt auch, die Achtung aller Edleren zu gewinnen: denn man kann tvobl den einzelnen Unterdrückten achten, aber nimmer den. der sich der Unterdrückung feig und willig schmiegt. Wir, die wir würmer für Freiheit und'gesetzliche Gleichheit fühlen,: die wir die Fehlenden schmerzlicher vermissen, wir lvollen die nicht gering ischätzen, iste die langjährige Gewohnheit für. jeden Schmerz abgestumpft bat,i die sich durch den Besitz äußerer Güter darüber trösten, oder bei denen dis herbes Not des Tages keinem freien Gedanken Raum läßt; aber ebensowenig wollet^ wir uns durch ihre Kälte in unserem Eifer irrcmachen lassen. Daß hie Zahl derer, die diesen Eifer teilen, stündlich zunimm:. das ist keine Frgge. -Wir insbesondere, deren äußere Existenz das Opfer jenes Mißverhältnisses wird, wir, die wir im bürgerlichen Sinn des Wortes nichts zu verlierest haben, ohne daß wir uns dessen irgend zu schämen hätten, wir wollen wenigstens den Mut nicht verleugnen, der einer solchen Stellung eigen zu sein psle'gt. Dem Gesetz sind wir strengen Gehorsam schuldig; aber jene weichlichst die Wahrheit Umgehende Rücksicht für alles Bestehende, sei cs auch noch! so verwerflich,' wie 'sie der Staat von seinen Schoßkindern mag -fordern»klin tv i f|i c li, daß w i r r d c ii ll eb e r t r i t r ei kaufen: a b e r w i r d neu, - wäre eine Torheit von unserer Seite. 'Wir i scrc Pflicht tstn, indem wir nicht durch lc Stellung im bürgerli ck c n Leben erst r f e ii e s a u ch laut a u s s p r e ck e n, daß es