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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1913-01-01 · 1 (1.1.1913) · p. Seite 11

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
4 (1913)
Issue
1 (1.1.1913)
Date
1913-01-01
Page
Seite 11 (sequence 12)
Language
German
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77 11 des Einzelnen; es verwirft die Bewertung der! Frömmigkeit nach dem Maß der äußeren Hebungen und erkennt als werlvoll nur an, was.für den Einzelnen die Krarr Kat, fromme Gesinnunghervorzurufen, die sittliche Tat zu fördern und religiöse Wahrheiten und Erlebnisse' iji anschauliche Erinnerung zu bringen. XI. Unerläßlich für daß religiöse Leben i der jüdischen Glaubensgemeinschaft in Gotteshaus, Sckule und Gestieindeleöen sind die folgenden Forderungen: ' | — l ft. Ter würdigen Ausgestaltung des öffentlichen GättesdiPistes ist die ' ernsteste Sorgfalt zuzgwcnden. Wie der Sabbatvormittag so soll auch der Freitagabend, vor allem in den größeren Gemeinden, durch einen ' feierlichen Gottesdienst mit Predigt ausgezeichnet worden. ' Sein Beginn soll, unabhängig von der kalendarischen Berechnung, von jeder Gemeinde nach ihren Bedürfnissen festgesetzt werden. - Ten hochheiligen ,reiten Roschhaschonoh und Jomkippur ist ihr herkömmlicher Cbarakler I. 5. ss. 9. 19. zu wabren, desgleichen dem vorzugsweise an den biblisch Pesach-, Schowuos- und SgkkoSfeste, die angeordneten Tagen durch festlichen Pre. diglgoltesdienst auszuzeichnen sind. Ebanukkob. Purjm und Tisckoüeaw sind als geschichtliche t^rinnerungststge durch eine ibrer Bedeutung ent-, ivrechende Feier: zu begehen. Tic Tauer des Gottesdienstes am Sabbat und an den Feiertagen, ausgenommen den Versöbnungstag, ist erheblich zu kürzen. Tie Wiederholung von Gebeten ist möglichst zu permeiden. Unter Festhaltung der behräischqtr Sprache für die im Mittelpunkt dcs Gotresdienstes stylenden-Gebete ist der deutschen Muttersprache in Gebet und Gesang ein.breiter Raum zu gewähren. Aus den Gebeten sind ditjenigen Wünsche zu entfernen, die nicht Wabrbeit in unserem Herzen sind. Tie beizubebaltendcn hebräischen tüebcte müssen nach Inhalt und Förm mit dem religiösen Teüken und Empfinden der Gegenwart in Einklang stehen. Ilm die Gemeinde in erhöhtem Maße für tätige Mitwirkung am Gottesdienste zu gewinnen, soll einstimmiger hebräischer und deutscher Geiiieindegesang, womöglich unter Begleitung von Ergel oder H«ir- . monium, cingeführt werden. Tie Thora ist, in ein-wder drcijäbr^gcin Zhkluo. hebräisch und hierauf in deutscher Ucbertragung, die Hapbtorob in einer freien AuStvabl deutsch zu verlesen. Ter WerktagsgotteSdicnst ist »ach denselben Grrndsävcn wie der Lavtuit- und Festgoliesdienst würdig zu gestalten. Tic Abhaltung des Gottesdienstes ist unabhängig ,ou der Zabl der Betenden. Zur Unterstützung der häuslichen Religiösen Erziehung ist am Sabbat, cniweder am Vorabend oder am Nachmittag, ein besonderer Zugend.; goitcsdienst mit religiöser Ansprache abzuhalten. Für die Hauptseiertage ist.auf Befreiung der Schuljugend vom Unterricht hinzuwirken. Ter. Religionsunterricht soll d"ie berantvachsendc Jugend zu sittlicher Lebensführung und religiöser Weltanschauung, zu UeberzcugungStreue und lebendiger Anteilnahme gm Deliziösen Leben der Gemeinde erzteben. Um diese» Ziel zu erreichen, hat er die Aufgabe, das alte heilige Schrifttum Israels, auch in seiner Ursprache, kennen und j

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