Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 3 (1912)
- Issue
- 9 (1.9.1912)
- Date
- 1912-09-01
- Page
- Seite 17 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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Dazwischen liegen an Samstagen gemütliche Zusammenkünfte in den günstig zwischen den Orten gelegenen Dorgdorf, Dietlas und Hohetvart. Auf' diese Weise lersit sich die jüdische Jugend der diversen Gemeinden der Umgegend kennen und bilden sich Freundschaften, die sobald nicht wieder vergehen werden. Die Versammlungen unseres alten Vachaer Vereins finden im Winterhalbjahr nach wie vor jeden Freitag Abend statt. Die Mitglieder rekrutieren sich, wie schon zu Eingang gesagt, au^ Damen und Herren, und ist auch der Vorstand aus Damen und Herren der verschiedensten Orte zusammengesetzt. Wir hoffen, daß wir in Zukunft mehr wie bisher auf Vorträge unserer aktiven Mitglieder zählen können. Akademiker haben niir nicht unter uns, doch floriert der Verein bislang tadellos, und jeder, den einmal in einer Versammlung war, ist für unsere Idee gewonnen. Diskussionen über die verschiedenen Richtungen im Judentum sind bei unseren. Veranstaltungen allerdings streng verpönt, denn nur so konnten wir es erreichen, daß die ^allerorthodoxeste Richtung derjenigen/ die am Freitag abend im Vereinslokale ihre Zeche nicht zahlen, neben den ganz liberalen und fast ncologen Mitgliedern einträchtig sitzen. Weil unsere Sitzungen stets an anderen Plätzen stattsinden und unseren Mitgliedern außer dem Zeitverlust auch noch fast immer Fahrkosten entstehen, sind die Mitgliedsbciträge sehr Mäßig: Mk. 2,00 p. anno für die aktiven Mitglieder, Mk. 0,50 p. anno für die passiven Mitgliebler. ' ( Insgesamt sind! es deren 5z. Wir wissen genau, daß, wie alles hier, auch unser Verein nicht vollkommen, und sind stets bestrebt, denselben, tvo nur möglich, noch bester auszugestalten, doch kann im Hinblick auf die Entfernungen zwischen den vielen Wohnorten, auf welche sich unsere Mitglieder verteilen, verglichen mit der Funktionierung heA ÄereinA, die eine gute genannt werden darf und die beste Perspektive für bie1 Zukunft verspricht, nur empfohlen, werden, sich durch die kleine'Zahl der jungen Leute, welche viele, von Juden bc-. wohnte Orte aufweilen, nicht abhalten zu lasten, unser Beispiel nachzuahmen. . Das bißchen guter Wille, das.zur Gründung eines Vereins wie der unsere nötig ist, wird durch den baldigen.Erfolg seine Belohnung finden. Adolf Nußbaum. Posen. Am 251; April 1912 ^erstattete der derzeitige stellvertretende- Vorsitzende, Herr Referendar vr. Chonc, einen Bericht über die Lage und Tätigkeit des Vereins, aut dem'folgendeszu erivähnen ist: Unser neu gegxünoeicr Verein hat sich in recht erfreulicher Weise entwickelt. Die Zahl her ordentlichen Mitglieder ist auf 200gestiegen, während wir allerdings nur <a. 30 außerordentliche Mitglieder zählen, ein Mangel, der durch eifrige Propaginda aller Mitglieder wettgemacht werden müßte. - Tie Hauptveranstaltungen waren die Vortragsabende, die an jedem Montag stattfanden und sich eines sehr regelt Besuches (durchschnittlich ca. 10Q Mitglieder) erfreuten. Es wurden in der kurzen Zeit unseres Bestehens folgende Vorträge gehalten: Referendar Pr. Salomon: „Das Tätigkeitsgebiet der jüdischen Jugendvereines;. Rabbiner Blum: „Ein Gang durch das historische Palästina"; Or. mef Leo Cohn; ^Die Lage der Juden in den östlichen Ländern"; Referendar I^r. Grzebinasch: „Die^ Entwicklung der preußischen Judengesetzgebung":'Referendar Martin Cohn: Kritisches Referat über Sombarts: „Die Juden, und dsrs Wirtschaftsleben"; vr. phil. Loewenherz: „Die Bedeutung der Judenemanzipation"; Herr W. Leiser: „Wirtschaft und Sozialpolitik"; Referenda^ vr. Schlimmer: „Fudentaufen"; Referendar Simon:. „Die Rechtslage der Juden in; Deutschland, insbesondere in Preußen". Am/