Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 3 (1912)
- Issue
- 9 (1.9.1912)
- Date
- 1912-09-01
- Page
- Seite 5 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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- l- 5 Die politischen artigste aller Länder des allgemeinen -In Die Frage der jüdischen Jugenb in der Türkei. Sion Chcskel Zwi Klltztze l. Vorgänge in der Türkei haben dieses . eigenin der letzten Zeit derartig in den Mittelpunkt eresses gerückt^ und sein Schicksal ist mit dem einer großen jüdischest Gruppe allzst eng verknüpft, als daß es Wohl keiner besonderen Erklärung bedarf, warum .wir unseren Lesern' von der „Frage der jüdischen Jugend" jn der j Türkei sprechen möchten. T^nn wenn die „Jüdische Jugendbewegung" als Organisation aüch bis jetzt nur ist Deutschland festen 'Fuß gefaßt hat, so ist es doch, fraglos, daß hitzr etwas zur KrystalMation gekommen ist, was. überall nach Form ustd Gestalt strebt und sich mehr oder weniger diesem Ziele genähert hat. Es wäre verkehrt, von „Jüdischer Jugendbewegung" nur da sprechen zu wollen, wo sich der Krystallisätionsprozeß gleich oder ähnlich wie bei-uns vollzieht. „Jüdische Jugendbewegung" ist überall da, wo unsere Jugend sich in der Äichtung des Judentums bewegt, gleichviel welchen Weg sie als den iyren zum gemeinsamen Ziele erkennt. , Wie verschiedenartig diese Wege sein können, das zeigt in eklatantes Weise die Jugendfrage in der Türkei. ' j Um es vorauszünehmen: 'die türkisches Juden tvissen von der Existenz u»d--dem Wachsen dieser Frage wenig oder gar nichts, Bis auf einige wenige Männer, die Gelegenheit gehabt haben, den Ursprung! und jCharak 1er derartiger Probleme in Europa kennen zu lernen, hat niemand Weitblick genug, um zu erkennen, wie es auch für das junge Geschlecht in den großen türkischen Städten — Palästina ausgenommen ’— in kürzere^ olser längeres Zeit ein Dilemma geben wird, aus dem herauszugelangen sehr schwer sein wird.i Wenn'man bedenkt, welche Zustände bei u^is in Deutschland unter den 'Juden platzgreifen mutzten, ehe ^unsere Bewegung! als bittere Notwendigkeit Bodenständigkeit gewinnen konnte,!so wird ilian leicht ermessen können, wieviel ruhige Uekstrlegung dazw gehören mußte, um zielbewußt inmitten des Hexenkessels türkischer Sturm- und Drangperioden in der Heranbildung dtzs jungen Geschlechts die rentabelste Zukunftsaufgabe zu erblicken und. tnit richtiger Initiative 1 geistiges und materielles Kapital| an dieses reiche Zinsen tragende Unternehmen jju wenden. *Y Mit der westeu copäischey Jugendfragtz und wahrscheinlich auch mit der osteuropäiscken hat die türkische nichts gemein. Die Voraussetzungen sind ganz andere.^ Wir in Deutschland können mehr oder 'minder direkt alle.destruktiven Kräfte, die auf das Judentum verheerend einwirken, laus unserer eigenartigen gesellschaftlichen Lage herleiken. Dieses Motiv fällt inder Türkei gänzlich fort, der Jude" nimmt dort keine Ausnahmestellung ein. Die Türkei, als ein politischtzr Verband heterogenster Volkselemtznte — (welche Aehnlichkeit haben die meuternden Albanesen um Uesküb mit den- Arabern im •> i X i - *