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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1912-09-01 · 9 (1.9.1912) · p. Seite 3

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
3 (1912)
Issue
9 (1.9.1912)
Date
1912-09-01
Page
Seite 3 (sequence 4)
Language
German
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öiitbct feine S’flolu'vct: affo miib die ] Arbeit zu einer Angelegenheit i^bc-5 Mitgliedes brr Volksgi mein schuft. Alle lernen sie kosten und darum würdigen. Sie-war >«durch ebenso ftefeit vor der Verachtung, welche das klassische Grieche^ and gegen bas Banausentum, alle l>andwrrksmätzige Verrichtung, gel egt hatte!: wie sie vor dem billigen Lobe derjenigen bewahrt blieb, die sie npr.vöi» Hörensagen kannten. Indem sie als freie Tätigkeit zum gemeinsame» Schicksal aller Volksgenossen wurde. wand sie geadelt: und indem ihre Bürde auf allen lastete, igußte Vorsorge getroffen werden. datzÜhr Iock) nicht zu Boden drückte, sondern erträglich! blieb. 3o offenbart sich ein und derselbe (Heist in an Gesetze welches die Sklaverei abischafft^ wie in dem vierten der debii Gebote, das befiehlt, den siebentem Tag durch Arbeitsruhe zu stier» und zu heiligen: es ist der (Heist der Achtung vor der M e n sche n wü rde. Der Ruhetag, job es derwivöchentlichq Sabbat -qder irgend eines der ,Teste ist. wird nicht Gott, sondern dem Menschen ewidmet. Wiederum ein Zeugnis yon derinnerlichsten Wesensart wer jüdischen Frönuni kebrt ist. -Alles. wa> s gkeit. ivelche .echlj menschlich, den-Menschen zuges im Rameu Gbttes gefördert wird, mutz den enschen und nur ibn fördern. Dass echte Opfer wird nicht dem um sterblichen Gott, soi derm d.n Sterblichen dargebracht. Digser im eigentlichsten Sinne „soziale" Kleist bildet das Fundament, die geüieinsame Grundlage aller Unserer Feste.! - Der Mensch ist frei, kein Sklave, Und daraus baut sich-nun der besondere Charakter jedes der einzelnen Togo auf. die alle 'den Menscf-en in einem eigenartigen echte zeigen wollen.! - Was i-stnsnn'die tissste Bedeutung der s.ebrfurchtgebietcnden Tage", wie seit alters -das Neujahrs- und Versöchrungssest mit dem genreini!amen N'amen beiger? Sie scheinen uns beide auf das Wunder aller Wunder auf das Wunder dar Menschen, hinlenken zir wollen. Was it'ill das sagen? Wi: Don heute haben es uns ja gänzlich'abgewöhnt: än Wunder zu. glauben, an Jaltc wie an neue. Das scheint uns die Kg^ir oder-die Wissensckdtst von ihr ein für allemal zu verbieten. Das ist es eben: Da, Wunder vom Maschen soll uns bedeuten, datz i es auch autzerhaib des Bannkreises bn njntiirlidfcn Tinge, außerhalb /; der Sphäre, in der - >as Naturgesetz dem Dasein ewig unverbrüchliche l Verkettung gebietet, wo die blinde Regelt und nur sie herrscht, Leben gibt: die geistige, Freiheit d5s vernünftigen Wesens. Jene Tage wollen den Menschen zur Besinnung über sich selber, über sein eigenes Wesen führen.- Und die Frucht -dieser Einkehr, yxnn sie in die Tiefe dringt, mutz ein grotzes Stcunen sein. Staunen ül»er etwas, was uns alltäglich umgibt, aber eb 'n darum in seiner Wunderbarkeit' nicht zum Be-- wutztsein kommt: da'; wir Menschei!, so tausendfältig die Bodingungen tinserer Eristenz mir der Nitur verflochtlei: sind, uns doch in freier Selbstbestimmung über sie erheben^ In! der Natur gibt es kein Wunder: das Wunder ist, Dtz es nicht mi,r -Natur gibt, sondern auch des Menschen Geists und Willen. , I!j .! ,, I )

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