Pult und Bühne
- Journal
- Pult und Bühne
- Volume
- 1938
- Article
- Kurt Pinthus: Das Schauspiel
- Date
- 1938-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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„Postamt" „Sabl.atai 7,wi" Und damit sind wir bei den spezifisch jüdischen Stücken angelangt, deren Pflege eine spezielle Aufgabe des Kulturbund-Theaters ist. Von solchen jüdischen Stücken, in deutscher Sprache gedichtet, wurden die beiden wohl bedeutendsten aufgeführt, nämlich Richard Beer-Hofmanns „Jaakobs Traum", dichterisch gewaltiges Vorspiel zu seiner Davids- Trilogie und Stefan Zweigs „Jeremias". Zweig schiebt das gewaltige Panorama von etwa vier Jahrzehnten auf eine ganz kurze Zeitspanne von wenigen Monaten zusammen; Ereignis und Gestalt des Propheten sind bewußt zum Symbol für das ewige Schicksal des Judentums geworden. Denn nächst der Großartigkeit der jüdischen Gottesidee ist es die gotterfüllte Menschlichkeit, die menschlichkeitserfüllte Gottbesessenheit des Jeremias, die den Fortbestand, die ewige Dauer des Judentums gesichert haben. Auf diese erste große und teilweise großartige Aufführung eines jüdischen Dramas folgte eine Anzahl von Stücken, die aus dem Hebräischen und Jiddischen übertragen waren. Wir sahen Perez Hirschbeins heiter-ernstes Idyll aus dem östlichen Europa „Grüne Felder" und die auf allen jüdischen Theatern heimische Komödie von Scholem Alechem „Amcha oder Das große Los", ein humoristisches Volksstück voll tieferer Bedeutung, lebenstrotzenden Typen und klarer Moral. Neben diesem jüdischen Klassiker des Humors stand der Klassiker des Tragischen I. L. Perez mit „Zweikampf der Liebe" „Sommeruachtstraum"