Pult und Bühne
- Journal
- Pult und Bühne
- Volume
- 1938
- Article
- Kurt Pinthus: Das Schauspiel
- Date
- 1938-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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„Viel Lärm um nichts" Aus dieser Gattung sah man von dem noch sehr jugendlich wirkenden Vater des modernen ungarischen Märchenlustspiels Franz Molnar das „Spiel im Schloß" und „Große Liebe". Das Publikum merkt sehr wohl, daß hinter diesen Fabeln und Spaßen aus dem Leben, wie es nicht ist, dennoch viel Lebensklugheit und Menschenkenntnis steckt. Das erwies auch der Schüler Molnars, Ladislaus Bus-Fekete mit seinem in aller Welt gespielten „Jean"; und ich kann zum Lob des Kulturbund-Ensembles sagen, daß die Aufführung dieses Stückes, die ich in New-York sah, durchaus nicht so lustig und so leicht (und deshalb weit weniger wirksam) abrollte wie in Berlin. Man zeigte, wie früher solche Stücke aussahen, als man an den Senior der in Deutschland lebenden Bühnendichter jüdischer Herkunft Ludwig Fulda mit den „Jugendfreunden" erinnerte. Man gab ein französisches Gesellschafts¬ und Thesenstück ernster Art mit Henry Bernsteins freilich allzu sichtbar konstruierten Drama „Die Hoffnung", und man führte einen der Urväter dieses ganzes Genres vor mit Eugen Scribes, von Julius Bab bearbeitetem „Zweikampf der Liebe". Wie solche Zeitstücke im heutigen Amerika aussehen, erwies das wirkungsstarke Aerztestück „Menschen in Weiß" von Sidney Kingsley. Wie aber ein jüdisches Zeitstück aus dem Milieu der sogenannten guten, alten Zeit, Biedermeier genannt, sich ausnimmt, sahen wir in der Bühnenbearbeitung von Georg Hermanns „Jettchen Gebert". anli-ii 11 ■ 11 111n" „Mcnsuhen in Weiß"