Pult und Bühne
- Journal
- Pult und Bühne
- Volume
- 1938
- Article
- Kurt Pinthus: Das Schauspiel
- Date
- 1938-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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„Golem" dem chassidischen Drama „Die goldene Kette", ein wunderschönes, tiefsinniges und doch einfaches Drama, welches das Leben einer chassidischen Gemeinde und der sie fürstlich beherrschenden Familie von Zaddikim vorführt, in der für Perez charakteristischen realistisch-psychologischen und zugleich dichterisch-mystischen Form. Man hat den Volksdichter Perez einen „Romantiker des Realismus" genannt, und dies Nebeneinander von Romantik und Realismus, dieser Mischstil erschwert die Aufführung der meisten ernsten jüdischen Stücke, sofern man nicht, wie Habima und Granowsky, einen adäquaten Stil der Darstellung gefunden hat. Aber das Kulturbund-Theater bemüht sich, für die jüdischen Stücke seinen besonderen Stil zu finden, ohne sich der Uebersteigerungen seiner großen Vorgänger zu bedienen. Zwei Stoffe aus der neueren jüdischen Geschichte sind besonders oft behandelt worden: der falsche Messias Sabbathai Zwi und der Golem. Als erster in Palästina lebender und schaffender Dramatiker wurde vom Kulturbund Nathan Bistritzky dargeboten mit der neuesten Bearbeitung des „Sabbathai Zwi", dessen abenteuerliches Dasein und tiefe und weite Wirkung hier in primitiven Bilderbogen dargestellt wird. Künstlerisch weit höher stehend ist der „Golem", von dem seit Jahrzehnten in Amerika arbeitenden jiddischen Dichter Leiwik, der das Thema vom dumpfen künstlichen „Goldene Kette" ,Aini'h;i"