Pult und Bühne
- Journal
- Pult und Bühne
- Volume
- 1938
- Article
- Kurt Singer: Vom Werden einer Oper
- Date
- 1938-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
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Regisseurs ist der Musiker, der ohne die Krücke des Textbuches den Affekten, Stimmungen, Rhythmen auf Vibrationen der Musik nachgeht, ohne ihnen in jeder Note und jeder Pause zu verfallen. Er muß mit den Solisten des Ensembles so lange Studien treiben, bis er Ton, Ausdruck des Gesichts, Haltung, Bewegung in ein Gleichmaß gebracht hat. Er muß gleichzeitig die Menschen zueinander und gegeneinander führen, ohne die Absicht merken zu lassen, muß für Abwechslung des Bildes sorgen (wobei ihm die räumliche Anordnung von Dekoration und Requisit durch den Bühnenbildner wesentlich ist); er muß die Starre eines Ensembles, sei es Duo, Quartett oder Chor, lockern und lösen bis zu einer Natürlichkeit des seelischen und körperlichen Ausdrucks, ohne jemals aus einem Ensemble eine Reihe von Statisten, aus einem Chor ein Kollektiv von Solisten zu machen. Das gehört bei demRespekt vor der ruhigen Haltung einer Musik und bei der Gefahr.durch aufgeregtesBewegen einer Masse von Menschen die Sicherheit der Musik anzutasten, zu den schwersten Aufgäben des Opern-Regisseurs. Der Regisseur übt also mit den einzelnenSängern.mit dem Chor in der Reihenfolge, daß er zunächst die wesentlichen Umrisse des dramatischen Ablaufs fixiert (sogenannteÄrrangier-Proben),um dann aus der primitiven Art von Gängen, Haltungen, Stellungs-Kombinationen zu der Verfeinerung * •» \ { <a&Ä M?T v m l „Maskenball" BQ I 'V'5 ■ i: mHm ' WA „Eugen Onegin" „Csardasfürstin"