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Pult und Bühne · 1938-01-01 · 1938 · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Pult und Bühne
Volume
1938
Article
Kurt Singer: Vom Werden einer Oper
Date
1938-01-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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menes, nicht abstellbares Laster! —, ist in 3—4 Jahren mit seiner Weisheit zu Ende, wenn es nur am Alten hängt; in 5—6 Jahren, wenn es zu dem Alten jährlich 10—12 Einstudierungen neuer Opern hinzufügt. Stockt die Produktion, so ist das Repertoire-Theater zum Museum oder zur Stätte des Experiments geworden. An beiden Zuständen muß es (wenn nicht Hilfe vom Kapital winkt) zur Krise, zur Stagnation, zum Tod kommen. In wirtschaftlich guten Zeiten hat ein Theater der Oper sich dann als florierend gefühlt, wenn es 40—50% der Ausgaben durch eigene Einnahmen deckte. Stehen ihm unbegrenzte Geldmittel zur Verfügung, so kann es den Ausfall durch Bezahlung von Welt-Stars (die überall und zu allen Zeiten das Geschäft beleben und sogar halten können) oder durch ein kostspieliges Aufgebot von Prunk, Glanz, Ausstattung zum Teil wettmachen. Im allgemeinen aber erhält jeder Besucher der Oper, der sie mit zu erhalten glaubt, ein Geschenk, wenn ihm ein Platz verkauft wird. Denn der Riesen-Apparat von Orchester, Chor, Solisten, Beamten, Pacht, sozialen Lasten, Steuern und Tantiemen, Tanz und Statisterie, Büros und Reklame und Porti ist durch Einnahmen selbst regelmäßig ausverkaufter Häuser nicht (oder nicht dauernd) zu decken. Und welches Haus wäre auch nur meistens ausverkauft?! Die einzige Ausnahme von dieser Rechnung bilden die Opernhäuser, die ein fest organisiertes Publikum ihr eigen nennen. Den letzten Versuch in dieser Beziehung haben wir in Berlin mit dem Jüdischen Kulturbundtheater gemacht: bei 18 000 Abonnenten läßt sich der Opernbetrieb (sehr bescheidene Gagen vorausgesetzt) so halten, daß nicht mehr als 5«/o des Umsatzes von öffentlicher Hand zugeschossen zu werden braucht. Aber ein kleines Wunder bleibt es dennoch — glaubet nur! Man ist leider versucht, bei einer Plauderei über den Opernbetrieb mit diesen Rechnungen und Zahlen und unbezahlten Rechnungen, also mit Unsicherheits-Faktoren zu beginnen. So bin ich's los und flüchte mich mit allem, was an Seele, Leidenschaft, Glut und Liebe, Begeisterung und Kiüiii iiM-ii iiu.H ..Samson und Daüla," t

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