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Jüdische Turnzeitung · 1911-12-01 · 12 (12.1911) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
12 (1911)
Issue
12 (12.1911)
Date
1911-12-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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No. 12 245 ein jeder Verein seine besonderen Wünsche betreffs der Festsetzung des Programms dem Ausschuß recht bald mitteilt, damit sich späterhin keiner zurückgesetzt zu sehen braucht. Allen wird man es natürlich doch nicht recht machen können. Aber darüber hilft ein wenig verständige Unterordnung unter den Willen der Mehrheit hinweg. Wir dürfen uns hier nicht verhehlen, daß der Termin zu Pfingsten bei manchen Uebungen dem vorbereitenden Training nicht günstig ist. In erster' Linie gilt das von der Leichtathletik. Während die Springer und Werfer in den uns reichlich zur Verfügung stehenden Hallen gute Trainingsgelegenheiten finden werden, müssen sich die Läufer im .Winter unbedingt auf die Trainingsläufe im Gelände beschränken, die in unseren Vereinen ja so erfreulich schnell Eingang gefunden haben. Ein paar warme Maitage werden uns dann genügen müssen, um uns die notwendige sportliche Kampfesenergie nach der Winterruhe wieder anzueignen. Gerade hier kann nicht dringend genug vor sportlichen Ausschreitungen gewarnt werden. Harte Kämpfe in kalter Winterluft wirken in sportlicher Hinsicht auf Lunge und Muskelbänder tötlich. Aber auch den Freunden des Fußballs wäre speziell da, wo sie Sonntag für Sonntag im ernsten Kampfe stehen, rechtzeitiger Saisonschluß und die verdiente Ruhe zu Pfingsten zu gönnen. Die Höhe ihrer Form haben sie dann gewiß überschritten. Mit dem allen wird man sich abfinden und um so verständiger, gewissenhafter und — maßvoller beim Training sein müssen, soll sich unser Sportfest Pfingsten 1912 zu einem vollen Erfolg gestalten. Allen aber wird die Turnhalle mit ihrem speziellen Betrieb die Glieder geschmeidig halten und ihnen gut über den Winter hinweghelfen können. Und dann: Keine zu hohen Ansprüche bei diesem ersten Versuch. Dann wird ernster nationaler sportlicher Arbeit ihr Lohn .und ihre schöne Befriedigung werden. Die Aufgabe der jüdischen Turnvereine in Galizien. Von Bernhard Friedberg -Krakau. Welche Bedeutung die Jüdische Turnerschaft in der Renaissance des Judentums einnimmt, braucht hier nicht hervorgehoben zu werden. Der Jude, der noch bis vor kurzem als Feigling galt und als solcher dem Hohn der Völker ausgesetzt war, hat jetzt, gestützt auf seine gestählte Muskelkraft, den Mut, dem Feinde die Stirne zu zeigen und ihn zu überzeugen, daß er nicht mehr der Jude sei, der vor „Hep Hep" Ausreiß macht. Der jüdische Turner in den westlichen Ländern hat bereits die Stufe erreicht, sich dem nichtjüdischen gleichstellen zu können. Dies bestätigt sich aus den Schau- und Wetturnen, bei denen unsere Turnbrüder ihren nichtjüdischen Oegnern Prämien abgerungen haben. Die jüdischen Turnvereine in den westlichen Ländern haben schon recht viel geleistet, was aber haben noch die östlichen Länder zu vollbringen? Unter „östliche Länder" verstehe ich hier speziell Galizien, weil ich die Verhältnisse dort kenne. Eine schwere Aufsähe bietet sich uns. Wir haben die orthodoxe Jugend für das Turnen zu

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