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Jüdische Turnzeitung · 1911-12-01 · 12 (12.1911) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
12 (1911)
Issue
12 (12.1911)
Date
1911-12-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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244 No. 12 sollen die wenigen Stunden, die dem Turnen gewidmet sind, möglichst markant das widerspiegeln, worin wir in den letzten Jahren weitergekommen sind. Da ist denn im Prinzip die Wahl des Uebungsstoffes nicht schwer. Das Programm wird ein sportliches sein müssen. Denn das ist das große neue Gebier, das wir uns in den letzten vier Jahren erobert haben. Gewiß wäre es falsch, das Verdienst dieser Entwicklung dem letzten Jahrviert allein zuzuschreiben: Wer den Jahrgang 1908 unserer Zeitschrift zur Hand nimmt, den Erich Burin und ich in Gemeinschaft mit unserem Dr. Georg Arndt redigieren durften, der wird finden, daß der volkstümlichen und sportlichen Uebungsweise schon damals bei uns das Wort geredet wurde, als sich die „Deutsche Turnerschaft" und andere Turnverbände strikte ablehnend verhielten. Die Belebung unseres Turnbetriebes nach dieser Richtung war schon damals einer der Lieblingsgedanken unseres Arndt. Aber immerhin: das Werk wurde in dem Zeitraum, der uns vom IV. Turntag trennt, durch die Begründung von Sportabteilungen und den Beitritt rein sportlicher Vereine gekrönt, und das allein rechtfertigt die Veranstaltung eines sportlichen Festes auf dem V. Turntag. Das damit das deutsche Turnen, dessen besondere Werte von uns niemals verkannt werden, nicht etwa aus unserem Betriebe ausgeschaltet oder auch nur vernachlässigt ^erden soll, versteht sich am Rande. Hatte schon in früheren Jahren das in Aussicht genommene Verbandsturnfest viele Wochen vorher einen hervorragenden Stimulus auf den Betrieb innerhalb der einzelnen Vereine ausgeübt, hatte ein jeder sein Bestes in gewissenhafter Vorbereitung einzusetzen versucht, um seinen Verein und den Verband in würdiger Weise vertreten zu können, so wird das naturgemäß bei dem in Aussicht genommenen Sportfest in noch viel höherem Grade der Fall sein. Ist doch dem gesunden Ehrgeiz im Sporte ein ganz besonderes Feld gegeben. Die Grundbedingung alles sportlichen Strebens wird uns beim ersten Verbandssportfest geboten werden: Vergleichsmöglichkeiten. Nur allzu leicht kann die stete Beobachtung der Höchstleistungen zu entmutigenden Vergleichen mit unserer jungen Sportbewegung führen. Das höchste Ziel soll uns nicht zu hoch sein, ihm zuzustreben. Aber wir brauchen auch andere Möglichkeiten des sportlichen Kampfes und — des sportlichen Sieges. Sie soll uns unser Verbandssportfest bringen. Es soll uns zeigen, wo in unseren Reihen verständige und Erfolg verheißende Methoden der sportlichen Ausbildung angewandt werden und wo Fehler zu berücksichtigen sind. Da soll denn jeder zu seinem Rechte kommen. Unsere Budapester Freunde, die vor zwei Jahren die weite Reise zum Hamburger Schauturnen nicht scheuten und doch ihr sportliches Können nicht ganz entfalten konnten, werden geeignete Gegner in den athletischen Uebungen finden, die vorzügliche Wiener Fußballmannschaft wird sich Mannschaften gegenübersehen, die mit ihr um die Palme des Sieges zu ringen bereit sind, das Berliner Beispiel der Einführung des Hockeybetriebes wird bis dahin Nacheiferung geweckt haben, an leichtathletischer Konkurrenz wird es nicht mangeln, und wer am bewährten volkstümlichen Turnbetrieb seine Freude findet, wird gewiß ebensowenig wie 1908 in Köln nach Faust-, Schlagball- und Barlaufmannschaften lange zu suchen brauchen. Wünschenswert ist es, daß

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