Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 12 (1911)
- Issue
- 11 (11.1911)
- Date
- 1911-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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224 No. 11 mit dem Kommando beschäftige. Es ist aber nicht nur in Konstantinopel geblieben, sondern die Turnvereine in den anderen türkischen Städten und sämtliche jüdische Turnvereine Bulgariens haben es bereits übernommen. Das ist die Geschichte des neuen hebräischen Kommandos, und ich glaube, daß ihm in der Zukunft eine große Rolle vorbehalten ist. Julius Hirsch, Bar Kochba-Berlin. Brief aus Jaffa. Von Zwy Orloff. Meine Heimreise von Europa wurde infolge des türkisch-italienischen Krieges zu einer Fahrt mit Hindernissen. Am 1. Marcheschwan beginnt in den Jaffaer jüdischen Schulen das Schuljahr; ich mußte mich um mehrere Tage verspäten. Wir haben jetzt im hebräischen Gymnasium die siebente Klasse eröffnet, und die Gesamtzahl der Schüler beträgt etwa 300. Der neue Chacham Baschi von Jaffa, Rabbi Usiel, stattete einige Tage nach seinem Amtsantritt dem Qymriasium einen längeren Besuch ab und inspizierte auch meinen Turnunterricht. In unserm Turnverein habe ich jetzt die Frauenabteilung wieder eröffnet; es turnen bereits 35 Turnerinnen. Auch eine zweite Männerabteilung ist im Werden begriffen. Für sie bekommen wir eine tüchtige Lehrkraft: unsern Freund Ernst Hermann. Die Turnbewegung im Lande wächst weiter, es entstehen immer neue Vereine. Besonders die letzte Gründung in Jerusalem macht gute Fortschritte und hat sich schnell die Sympathie der Jugend errungen. Auch die Vereine In Haifa und S a f e d gedeihen. Der „Makkabi" in Safed erfreut sich der Unterstützung der einflußreichsten Kreise der Stadt. In Haifa, wo es infolge der Cholera traurig aussehen soll, hat unser pr. Elias Auerbach ein Hospital errichtet, in dem Frau Anni Ballo, eine ehemalige Bar Kochbanerin aus Berlin, als Pflegerin tätig ist. Am letzten Sonnabend besuchte ich meine Eltern in Petach-Tikwah. Dort ging, wie in ganz Judäa, Ende Oktober der erste Herbstregen nieder, und mehrere Kolonisten haben bereits mit dem Pflügen und der Aussaat begonnen. (Aus einem Briefe an die Redaktion vom 8. November.) Monatsschau/) Verband der Deutschen Juden. Die vierte Hauptversammlung des „Verbandes der Deutschen Juden", die am 5. November im Theatersaal des Neuen Königlichen Operntheaters zu Berlin stattfand, nahm einen imposanten und eindrucksvollen Verlauf. Von den angemeldeten 499 Delegierten aus allen Teilen des Reiches waren 462 Teilnehmer erschienen — eine Zahl, die bei den früheren Hauptversammlungen des Verbandes nicht annähernd erreicht worden war. Unter den Anwesenden bemerkte man eine große Anzahl führender Persönlichkeiten der deutschen Judenheit. Die Berliner *) Wir eröffnen diese neue Rubrik, indem wir ganz besonders auf die fleißige Mitarbeit unserer Freunde rechnen. Wir bitten um Zusendung von Zeitungsausschnitten und sonstigen Mitteilungen, die für uns Interesse naben können. (D. Red.)