Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 12 (1911)
- Issue
- 11 (11.1911)
- Date
- 1911-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 11 223 Schläger für die Leute (natürlich zur Abgabe zu Selbstkosten) mitkauft, und diesen damit bis auf die Betätigung ihrer sportlichen Neigung jede eigene ..Unternehmung" erübrigt. So sehr dieser Art der Leitung zu einer zielbewußten bis zum äußersten gesteigerten Betriebsamkeit geraten, so sei doch vor einer naheliegenden Verirrung, vor der Zersplitterung der Betätigung, gewarnt. Was betrieben wird, muß ganz und unter Maßgabe aller Kräfte des Vereins dessen bestes Können sein; solange dies auf einem Gebiete nicht gesichert ist, ist jede Betätigung auf anderem Schädigung des Ganzen. — Man mag gegen diese Maximen einschließlich der Konkretisierung am gegebenen Beispiel den Vorwurf der Anmaßung erheben und den Einwand machen, daß in ihrer Befolgung eine unter Umständen bedenkliche übermäßige Machtausstattung des Vorstandes liegt. Vielleicht nicht ganz mit Unrecht, je nachdem man eben den Begriff des Vereins, über den hier nicht zu streiten ist, erkannt hat. Aber in ihrer Befolgung scheint mir doch die Gewißheit verbürgt, daß überhaupt erst einmal etwas zustande kommt, auf dem sich nicht mehr suchend, sondern zielbewußt weiter arbeiten läßt. Und das scheint mir alles, worauf es zunächst ankommt. Rlg. Das hebräische Kommando des „Makkabi" in Konstantinopel. Nach dem bisher üblichen Prinzip der jüdischen Turnvereine, nach dem Kommando ihrer Landessprache zu turnen, hätten eigentlich die Makkabi-Turnvereine der Türkei das türkische Kommando annehmen sollen. Sie wählten sich aber das hebräische, um ihrer national-jüdischen Gesinnung vollkommen gerecht zu werden. Der Makkabi in Konstantinopel wirkte bahnbrechend. Durch Anwendung des hebräischen Kommandos wollte er überhaupt die hebräische Sprache in die jüdischen Massen hineintragen. Man interessierte in Konstantinopel mehrere hebräisch sprechende Herren für die Sache. In mühseliger Arbeit stellten sie ein Kommando zusammen, welches zur Begutachtung an Turnlehrer O r I o f f nach Jaffa gesandt wurde. Dann wurde es mir zwecks weiterer Ausarbeitung übergeben, und mit Hilfe meines hebräischen Sprachlehrers änderte und erweiterte ich es, bis es seine jetzige Form erhielt. Augenblicklich fehlen noch alle Bezeichnungen für Gerätübungen. Man kann eben nicht eine neue Sprache mit einem Mal schaffen; sie muß sich langsam entwickeln. Das hebräische Kommando umfaßt heute nur das Allernotwendigste. Die Frei- und Ordnungsübungen sind wohl fast sämtlich aufgenommen worden. Aus den bereits vorhandenen Kommandos lassen sich viele andere zusammenstellen, vorausgesetzt, daß man die hebräische Sprache einigermaßen beherrscht. Man muß es dem Makkabi in Konstantinopel lassen: er ist recht geschickt vorgegangen, um das neue Kommando allen seinen Mitgliedern schnell zugänglich zu machen. Er ließ das Kommando alphabetisch ordnen "nd in mehreren tausend Exemplaren drucken. Der Hauptturnwart machte erst alle Turnwarte mit dem hebräischen Kommando genau bekannt, und diese erklärten es in ihren Abteilungen den Turnern. Jedem Mitglied wurde ein Kommandobüchlein zugestellt, damit es sich auch außerhalb der Turnzeit