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Jüdische Turnzeitung · 1911-11-01 · 11 (11.1911) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
12 (1911)
Issue
11 (11.1911)
Date
1911-11-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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No. 11 215 Zum Beweise der durch Unfruchtbarkeit hervorgerufenen Absterbetendenz (Untergangsliteratur sagt Sombart — „Untergang der deutscheu Juden" sagte vorher Theilhaber) dient: Im Durchschnitt der Jahre 1903/07 kommen in Preußen an Lebendgeborenen von religionsgleicher Mutter auf 1000 33,80") bei den Christen, jedoch nur 17,79 bei den Juden. Ruppin S. 71. Als Zahlbeweis für die Häufigkeit der Mischehe bei den Juden dient nach Ruppin, S. 161: Auf 100 rein jüdische Ehen kommen in Deutschland' im Durchschnitt der Jahre 1905—08 22,2 Proz. Mischehen; in Hamburg 1903—05 sogar 49,5 Proz. Für Kopenhagen gibt Sombart nach Ruppin S. 159 die Zahl der Mischehen mit 83 Proz. an. Hier übernimmt Sombart einen Fehler. Wie auch dort angegeben, kommen auf die Jahre 1900—05 zusammen 81 Mischehen auf gleichzeitig 87 rein jüdische Ehen. Dies sind, wie jeder nachrechnen kann, 93,1 Proz. Es steht dort leider irrtümlich 82,9 Proz. Ich will auch bemerken, daß die Zahlen Uber die Tragik der Mischehe aus Teilhaber: „Der Untergang der deutschen Juden" zitiert sind, jedoch ohne dies oder die dort angegebenen Quellen zu nennen (sie sind außerdem nicht einwandfrei). 12 Proz. der Mischehen werden wieder aufgelöst. Theilhaber Seite 115. Auf rein jüdische Ehen kommen 1904 durchschnittlich nur 2,65 Kinder, auf jüdische Mischehen sogar nur 1,31 Kinder (Sombart kürzt auf 2,7 bzw. 1,3). Theilhaber. S. 113. 1895 waren 35 Proz. aller christlich-jüdischen Mischehen unfruchtbar. Theilhaber S. 113. Unbegreiflicherweise vergißt Theilhaber bei all diesen Zahlen die Angabe, wo sie eigentlich gelten, in welchem Reich, in welchem Staat, in welcher Stadt. Folglich hat auch Sombart auf diese. Angabe verzichtet. Schon aus diesem Gründe haben die angeführten Zahlen keinen, aber auch gar keinen wissenschaftlichen Wert. . Die Verbreitung des Jargons (Ruppin Seite 108) bei 96,90 Proz., nämlich 5 054 300 von 5 215 805, in ganz Rußland und 97,96 Prozent 'm Rayon kann auch direkt der Bearbeitung der Statistik von 1897 entnommen sein (heute übrigens ganz falsch!). Dies ist jedoch unwahrscheinlich, weil die anderen Zahlen über die Ostjuden erweislich aus Ruppin ent- "oinmen sind. Die Zahl der Juden in den einzelnen Teilen Rußlands (Ruppin s- 37) beträgt im Rayon ohne Polen 11,12 Proz., in Polen 14,05 Proz., in Kurland, Livland, Petersburg 2,49 Proz., im übrigen europüischen Rußland ".19 Proz. der Oesamtbevölkerung. Im Rayon bedingt die Beschäftigung der •Juden im Handel, Bekleidungsgewerbe und Lohnfuhrwesen eine Ueberfüllunjc dieser Berufe. Ruppin vergleicht nach Brutzküs zwei bestimmte Qouverne- •nents innerhalb und zwei bestimmte außerhalb des Rayons mit ähnlicher Oesamtstruktur. Sombart bringt genau dasselbe Beispiel. Von 1000 Personen der Oesamtbevölkerung sind beschäftigt im Handel: 52,9 im Rayon Segen 19,5 außerhalb desselben, im Bekleidungsgewerbe: 24,3 im Rayon K«8:en 11,3 außerhalb desselben, im Fuhrwesen: 6,8 im Rayon gegen 1,7 außerhalb desselben. Ruppin S. 54. Sombart erwähnt weder Ruppin noch Rnitzkus. Drei Zeilen später, S. 55, erzählt Ruppin eine Qeschichte aus , *) Diese Zahl ist möglicherweise nicht dieselbe, die Sombart angeführt Der Verfasser hat sie durch seinen schlechten Platz nicht genau verstehen

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