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Jüdische Turnzeitung · 1911-10-01 · 10 (10.1911) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
12 (1911)
Issue
10 (10.1911)
Date
1911-10-01
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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No. 10 197 Verhältnis zur Oesamtbevölkei ung mehr Turner sind als in irgend einem anderen Staate. An die Halle für Sport schloß sich draußen im Freien ein Sportplatz an, auf dem während der ganzen Dauer der Ausstellung Sportvorführungen und Wettkämpfe stattfanden; ein Sportlaboratorium sollte den Einfluß des Sportes auf die Organe wissenschaftlich feststellen. Die durch die Sportausstellungen geweckte Lust am Baden und Schwimmen konnte in einem künstlichen Wellenbad in die Tat umgesetzt werden. Dieser kurze Uebcrblick über das, was die Ausstellung bot, mag genügen; es ist noch so manches fortgelassen worden, was der Erwähnung Wert ist: die Halle für Verkehr, für Bäder und Kurorte, für Chemie und Kosmetik und manches andere. Da der Verfasser nicht Mediziner ist, konnte auch nur ein im wesentlichen beschreibender Aufsatz geboten werden; es war zu zeigen, was die Ausstellung dem Laien bot, und etwas ausführlicher, was sie dem Turner bot. Was sie, insbesondere an historischem Material, dem Juden bot, mußte auch übergangen werden; die jüdischen Zeitungen haben darüber berichtet. Soviel aber sei gesagt, daß wir jüdischen Turner eine alte Tradition im Judentum, das seit den ältesten Zeiten auf Hygiene gehalten hat, wie uns auch diese Ausstellung bewies, fortsetzen, und so uns selbst und unserem Volke nützen; denn: „so sollst du tun, damit es dir, d. h. dir und deinem Volke wohlergehe und damit du und dein Volk lange lebest auf Erden." Der offizielle Führer der Ausstellung sagt, als er von dem fröhlichen Treiben spricht, und von dem Kampfe, der sich auf dem Sportplatze abspielen wird, daß dies ein Kampf sei, „der im letzten Gründe der Veredlung des Einzelnen — und der Rasse dient". Diese Worte hafteten mir im Gedächtnis, als ich von der Hygieneausstellung in Dresden zum Zionistenkongreß nach Basel fuhr. Fussball. Von Georg Israel -Bar Kochba, Berlin. Es würde den Rahmen dieses Aufsatzes weit überschreiten, wenn ich mit Nachstehendem eine lückenlose Übersicht über die Entwicklung und den ietzigen Stand, sowie die technischen Feinheiten des Fußballsports «eben wollte. Meine Absicht geht vielmehr dahin, die Vorurteile, die unsere Turner noch vielfach gegen diesen schönen und gesunden Sport hegen, zu zerstören und Ihm durch eine gerechte Darstellung zu dem ihm gebührenden Platz in unserer judischen Turnbewegung zu verhelfen. Das Fußballspiel verdanken wir, wie so viele andere Sportarten, England. Ursprünglich aus dem Kampfsplel zweier benachbarter Dörfer hervorgegangen, die gegenseitig bestrebt waren, einen bestimmten Gegenstand In die feindliche Ansiedlung hineinzutragen, hat es sich zu einem bedeutenden Sport entwickelt, dessen Anhänger nach Hunderttausenden zählen. Die von dem Laien gläubig aufgenommene Mär von der Gefährlichkeit des Fußballspiels ist hauptsächlich auf eine Verwechslung mit dem Rugbyspiel zurückzuführen. Rugby wird im Gegensatz zu dem bei uns gebräuchlichen Association-Fußball (ohne Aufnehmen des Balls) unter Benutzung der Hände mit einem eiförmigen Ball gespielt und hat sehr viele Unfälle zur Folge. Die Zahl seiner Anhänger, hauptsächlich in England und Amerika, ist jedoch nicht sehr bedeutend. Das Association-Fußballspiel ist bei genauer Befolgung aller Regeln durchaus ungefährlich.

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