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Jüdische Turnzeitung · 1911-10-01 · 10 (10.1911) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
12 (1911)
Issue
10 (10.1911)
Date
1911-10-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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188 - No. 10 messen. In der zum IV. Turntag herausgegebenen Festschrift „Körperliche Renaissance der Juden" findet sich eine Schilderung dieser Wettkämpfe, auf die hier nur hingewiesen sei, aus der Feder zweier jetzt in Palästina ansässigen Bar Kochbaner. Eine erfreuliche Nachricht kommt auch aus Jerusalem. Dort ist nach langem Bemühen endlich wieder em jüdischer Turnverein gegründet worden und der Makkabiorganisation beigetreten. Es ist zu hoffen, daß der gut geleitete Verein, der einen regelmäßig guten Besuch von über 20 Turnern aufzuweisen hat, weitere Fortschritte macht und sein "Bestehen damit gesichert wird. Dem neuen Verein in der ewigen Stadt, wie der jungen Turnbewegung im alten Ahnenlande ein Hedad! Nathan Kaminski. Jüdische Hygiene und jüdische Turnbewegung. Von Dr. F e 1 i x A. T h e i 1 h a b e r. II. In dem ersten Artikel suchte ich die jüdische Turnbewegung für eine großzügige, das physische Wohl des Volkes bedingende Aktion festzulegen. Weil ich der Ansicht bin, daß die Qefahren der Qroßstadt, der jüdischen Lebensstellung und Lebenshaltung variable sind, die nicht ein Allheilmittel (z. B. das Turnen) finden werden. Weil es dem Turnen aequale Werte gibt, welche wir aus vielen Qründen nicht außer acht lassen dürfen. Die jüdische Hygiene hat für ein paar Sommermonate eine Unterkunft in Dresden gefunden. Aber wehe, wenn die Laubhüttentage kommen, dann schafft mit dem welken Laub irgend ein Dresdner Bauunternehmer die letzten Bretter von der jüdischen Hygiene-Abteilung ins Weite hinaus, und unsere arme Volkshygiene, die jetzt in ihrer historischen weltberühmten Bedeutung vor aller Welt prangt, wird wie Ahasver selbst zum Wanderstab greifen müssen und vielleicht in die Dunkelheit versinken, aus der sie nur mutige Helden herausreißen können. Diese Tat verlangen wir von den jüdischen Turnern. Man vertröste uns dabei nicht darauf, daß die jüdischen religiösen Verbände für eine moderne Handhabung der Hygiene zu haben seien. Ist es nicht wahrhaft traurig genug, wenn die Orthodoxie aller Länder in der heiligen jüdischen Stadt, wo 40000 Juden zur Beobachtung der Gesetze, zur rituellen Lebensweise gehalten und gefüttert werden, noch für kein Bad gesorgt hat? Und das, obgleich selbst die religiösen Forderungen bekanntlich die „Mikweh" als ein religiöses Gebot hinstellen. Wir wollen hier nicht den Schmutz beschreiben, der wörtlich an den unglücklichen Opfern der Chaluka klebt. Daß man die Cha- Iukaverwaltung für die geistig, moralisch und so auch körperlich verwahrloste jüdische Bevölkerung der Chalukanehmer Palästinas nicht nur verantwortlich machen kann, sondern muß, habe ich anderorts oft gezeigt. Die Chaluka selbst hat ja auch oft in ihren Manifestationen gezeigt, daß sie ihre Schutzbefohlenen als in hervorragendem Zustande befindlich glaubt und daß sie sich jede Einmischung von außen zur Regeneration verbietet, bezeugt, daß sie lieber

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