Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 12 (1911)
- Issue
- 10 (10.1911)
- Date
- 1911-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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186 No. 10 Turner, der den stärksten Lastträger niederwirft und der sich bei Ueberfällen energisch 'ai wehren versteht, erweckt sein Erstaunen und seine Achtung. Selbstverständlich steht der jüdische Turner in Krez Israel in den i-rsien Reihen der Vorkämpfer für unsere nationale Sprache. Eine andere Sprache, als die hebräische, konnte auch nicht zu der eines Vereins gemacht werden, denn sie ist die einzige Sprache, die von allen dortigen Juden, Asclikenasim und Sephardini, gemeinsam verstanden wird. So hat sich denn durch den Gebrauch des Hebräischen beim Turnen in Verein und Schule eine hebräische Turn- und Kommandospraehe entwickelt. Die jüdischen Turner in Erez (sraei fühlen sich darum als Träger einer großen, uralten Tradition, die von Josua und David ilren Anfang nimmt, die aber seit den Tagen der Makkahäer und Bar Kochbas bis auf unsere Zeit eine unendlich weite Lücke läßt. Seit dem Tode Bar Kochbas, der als Letzter jüdische Krieger unter hebräischem Kommando in die Schlacht führte, hat man in der ganzen Welt keinen hebräischen Befehl gehört, der Juden zu mutigem, willensstarken Handeln für ihre nationale Ehre aufrief. Der jüdische Turner hat als Erster diese uralte Tradition wieder aufgenommen und stählt seine Muskeln, prüft seinen Mut und seine Energie nach hebräischein Befehl des Turnleiters. Und das Hebräische hat bis heute, da es nach 1800 jährigem Todesschlummer zu neuem Leben erwacht, seine volle Geschmeidigkeit und den alten Wohlklang behalten. Es wird allen Anforderungen gerecht, die an ein turnerisches Kommando zu stellen sind, und läßt, ohne seinen Regeln Gewalt anzutun. die Bildung einwandfreier Kommandoworte zu. Das hebräische Kommando erscheint uns als etwas überwältigendes Neues und Großes, obwohl wir es schon lange zur offiziellen Turnsprache unseres Verbandes gemacht haben. Aber dies war bis jetzt nichts als eine leere Demonstration und würde es auch geblieben sein, wenn nicht in Palästina der Anfang gemacht worden wäre, der im ganzen Orient begeisterte Nachahmung gefunden hat. Das ist eine Kulturtat von hohem ideellen Wert für die gesamte Judenheit, die wir allein dem neuen Jischub in Erez Israel verdanken.' Wir sind berechtigt, weitere Erwartungen von Palästina zu hegen. Leider hat die jüdische Turnerei in Palästina bis jetzt mit großen Widerständen zu kämpfen gehabt. Da ist vor allem der große Mangel an technisch vorgebildeten Lehrkräften, das Fehlen von Turnstätten und Geräten zu erwähnen. Nichts ist vorhanden als der gute Wille, und dieser hat schon viel erreicht und wird in naher Zukunft einen Teil der Hindernisse beseitigen. Fast ganz aus sich selbst heraus igt die Bewegung entstanden, ohne Hilfe von außen. Wer die Oeschichte der jüdischen Turnerei kennt, wird sich erinnern, daß vor Jahren ein Turnlehrer von Berlin nach Jaffa gesandt werden sollte und daß diese Angelegenheit erst erledigt wurde, als Z w y 0 r l o f f, der Sohn eines Kolonisten in Petach Tikwah, sich zu diesem Amte meldete. In systematischer Arbeit während vier Jahren ist jetzt der Grundstock gelegt worden, um eine weitere Entwicklung zu ermöglichen. Aber noch ist ungeheuer viel zu tun. Gerade jetzt bearbeitet Herr Orloff, der eine vollendete turnerische Ausbildung in der Schweiz, in Dänemark und Berlin erhielt, einen hebräischen Leitfaden für das Turnen, in dem auch die hebräische Kommandosprache vorläufig festgelegt werden soll. Es wird geplant, den Turnunterricht an allen Schulen