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Jüdische Turnzeitung · 1911-08-01 · 8/9 (8.1911) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
12 (1911)
Issue
8/9 (8.1911)
Date
1911-08-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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No. 8,9 161 gezogene Grenzen Herrn Dr. Th. aus meinen Einleitungsworten sichtbar waren, b i n ich, nicht nur nach meiner Ansicht, gerecht geworden. Der medizinischen Frage wollte und konnte ich als Laie unmöglich gerecht werden, Th. stellt hier Ansprüche an mich, die weder er noch Dr. E.. bisher erfüllt hat. Denn beide behandeln, wie Th. am Ende seiner Ausführungen selbst sagt: „nur kleine Bruchteile des Komplexes der jüdischen Eugenik" (S. 137) und auch diese nur in allgemeiner Form. E. hatte eben mehr ver-' sprochen, als er nach der, von ihm vielleicht nur insoweit, als er ein solches Thema anschnitt, verschuldeten Sachlage, halten konnte. Um es kurz zu widerholen: E. schilderte die' schrecklichen Folgen der Geschlechtskrankheiten („zuerst muß man die Schäden kennen, um die richtige Abhilfe zu schaffen", S. 46. 1. Absatz), erörterte aber auch die gesundheitsschädlichen Folgen, die eine lange oder lebenslänglich durchgeführte geschlechtliche Enthaltsamkeit mit sich bringt. Als Abhilfemaßregeln empfahl er erstens die Befolgung einer richtigen Ernährungshygiene, welche von der sexuellen Hygiene nicht zu trennen ist" (S. 48, 3. Absatz Anfang). Damit gab E. selbst zu, daß er eigentlich auf ein anderes Gebiet übergegangen war, um aus diesem Lehren für das Sondergebiet der sexuellen Hygiene zu ziehen. Zweitens befürwortete er die „Frühehe" (S. 50). Die allgemeine Natur dieser, an sich von mir ja wiederholt (S. 95, 3. Absatz, S. 95, 5. und 6. Absatz, S. 97, 1. Absatz) als erstrebenswert anerkannten Maßregeln macht sie meiner Ansichtnach ungeeignet, „Abhilfe" gegen aus Einzelfällen entstandene Schäden zu bringen. Auf Einzel fälle aber, nämlich auf die Entstehung und Wirkungen bestimmter Krankheiten und Lebensgewohnheiten (Enthaltsamkeit) baute Eisenstadt sein Thema auf. Gegen E.s Methode allein schrieb ich meinen Artikel und faßte seine Grundgedanken in folgende Sätze zusammen (S. 97): . „Die Behandlung der hier erörterten Frage verbietet sich in einer für Laien bestimmten Zeitschrift dann, wenn in den Mittelpunkt der Erörterung die Aufzählung schrecklicher Krankheiten und deren unerfreuliche Folgezustände gestellt werden, und wenn ferner über das höchst strittige Problem der Enthaltsamkeit Ausführungen gemacht werden, die «eignet sind, in vielen Kreisen Beunruhigung hervorzurufen, ohne daß zugleich durch geeignete Ratschläge darauf hingewiesen wird, worin denn nun eigentlich nach der Ansicht des Verfassers ein „sexualhygienisches" Leben besteht, die Empfehlung der Frühehe füllt jene Lücke nicht aus." Wenige Sätze später folgt dann die bereits oben zitierte Aeußerung, daß die beste Sexualhygiene . . . mäßige Ernährung und Vermeidung alkoholischer Getränke sei: „hier kann man getrost den Ratschlügen Dr. E.s folgen". <S. 97, 2. Absatz.) Man höre jetzt, wie Dr. Th. diese meine Worte in einen fremden Zusammenhang hineinpreßt. Er geht davon aus, daß der Kernpunkt der die körperliche Hebung der Juden erstrebenden Bewegung sei, die für das körperliche Wohl der Juden wichtigen Lebensmaßregeln in ihrer Gesamtheit v»r. ihr Forum zu ziehen. (S. 135, Absatz 2.) Dann sei es auch ein großes Verdienst E.s, daß er die Bekämpfung des Alkoholismus und des reichlichen feischgenusses als Forderung aufgestellt habe. Er fährt dann fort:

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