Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 12 (1911)
- Issue
- 8/9 (8.1911)
- Date
- 1911-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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160 No. 8/9 einen warmen Freund. Mit ihnen schmückte er sein Heim, das er sich eben erst gegründet und aus dem er nun herausgerissen worden ist. Dankbaren Herzens bewahren wir unsern verblichenen Freund in unserer Erinnerung, Seicher zadik liwrocho! Möge das Andenken dieses fürwahr Gerechten uns zum Segen werden. E. B. Jüdische Hygiene und jüdische Turnbewegung. Noch eine Erwiderung von Assessor F. Hecht- Hamburg*). 1. Abwehr. Herr Dr. Theilhaber stößt offene Türen ein, soweit er mich in den Kreis seiner Betrachtungen einbezieht. Ein unbefangener Leser, d. h. einer, der weder Dr. Eisenstadts, noch meine Ausführungen in den diesjährigen Nummern 3 u. 5 dieser Zeitschrift gelesen hat, muß aus Theilhabers Artikel den Eindruck erhalten, als hätte Eisenstadt „die Bekämpfung des Alkoholismus und des reichlichen Fleischgenusses" (Theilhaber, S. 135, 4. Absatz) als wünschenswert hingestellt, als hätte ich diese Forderung mit allgemeinen Redensarten, die Theilhaber so hübsch in Anführungsstrichen einrahmt, bekämpft. Diese irrtümliche Meinung ruft Theilhaber dadurch hervor, daß er Sätze, die ich in einem ganz bestimmten Zusammenhang schrieb, aus diesem herausreißt und sie für seine, sich in ganz anderer Richtung bewegenden Ausführungen verwertet. Theilhaber möge überzeugt sein: hätte Eisenstadt nur über Alkoholis^ mus und Vegetarismus geschrieben, ich hätte niemals gegen ihn zur Feder gegriffen. Dies konnte Th. unschwer aus meiner Aeußerung ersehen (S. 97): „Die beste Sexualhygiene ist daher neben Turnen und Sporttreiben mäßige Ernährung und Vermeidung alkoholischer Getränke". Aus meinen Qängen durch Hamburger Verbrecherkaschemmen und anrüchige Kneipen, natürlich auch aus der Gerichtspraxis kenne ich die verheerende Macht des Alkohols wohl ebenso gut wie Th. Hier lag aber der Streitpunkt zwischen E. und mir ebensowenig, wie die Bedeutung des Wortes „Enthaltsamkeit", wie ich es gebrauchte, und des Wortes „Abstinenz", wie Th. es gebrauchte, dieselbe ist. Sollte es Th. wirklich entgangen sein, daß E. in den Mittelpunkt seiner Ausführungen die „sexuelle Hygiene" stellte, und daß ich nur die Art und Weise, wie er dieses Thema behandelte, kritisierte. „Nur die Art und Weise der Behandlung der Frage trennt mich von E." (S. 95 oben.) Wollte Th. also mich widerlegen, so konnte er es nur in diesem Punkte. Mit Unrecht meint er daher (Anmerkung S. 135), ich wäre der Frage „in keiner Weise auch nur annähernd gerecht geworden". Der von mir behandelten Frage, deren selbst Anm: Vergl. die Aufsätze von Dr. Eisenstadt, Hecht, Dr. Theilhaber, S. 46 (Nr. 3), S. 94 (Nr. 5) und S. 135 (Nr. 7) dieser Zettschrift.