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Jüdische Turnzeitung · 1911-08-01 · 8/9 (8.1911) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
12 (1911)
Issue
8/9 (8.1911)
Date
1911-08-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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No. 8/9 159 Kochba hinaus, auf unsern Turntagen und Sitzungen, trat Hirsch hervor, er, dem es nicht zuletzt zu danken ist, dass die Jüdische Turuerschaft entstand, die ihn auch in Erkenntnis seiner hohen administrativen Fähigkeiten zu ihrem ersten Verbandskassierer wählte. Sein Interesse und seine Sachkenntnis überragten die Grenzen, die er sich für seine besondere Arbeit gesteckt hatte, und wenn er sich auch in den letzten Jahren auf die innere Verwaltung des Berliner Bar Kochba, bei dem er allzeit in hohen Ehren stand, beschränkte, so wurde sein kluger -Rat in entscheidenden Fragen des Verbandes doch gern von uns gesucht. Gleich dem Bar Kochba, der tief um ihn trauert, wird auch der Ausschuss der Jadischen Turnerschaft ihn noch lange schmerzlich vermissen. Arthur Hirsch war der Unsere, wie selten einer. Restlos gab er sich uns, und wir konnten uns unsere Arbeit nicht ohne ihn denken. Stets blieb er sich gleich, und mit jener stillen Fröhlichkeit, die ein Hauptzug seiner besten Tage war, verfolgte er alles, was in den Kreis seiner scharfen Beobachtung trat. An jedem Menschen, den er kennen lernte, hatte er seine Freude, suchte ihn für unsere Betrebungen zu interessieren und behielt seine Entwicklung im Auge. Er besass die Gabe eines Urteils, das persönlichen Einflüssen überlegen ist, und seine Meinung war uns oftmals entscheidend. Ihm, dem es versagt war, durch die Erscheinung hervorzutreten, war ein reiches Innenleben gegeben, dem eine Herzensgüte ausstrahlte, so gross, dass jeder ihn verehren musste, der diesem wahrhaft edlen Menschen näher kam. Arthur Hirsch hat Vielen geholfen, und mit einem Takt, der etwas Rührendes an sich hatte, ist er gar manchem seiner Turnbrüder in der Bedrängnis beigesprungen. Oft mag auch das, was der Fernstehende Gutmütigkeit nannte, an ihm ausgenutzt worden sein, und wir wissen, dass es Fälle gab, in denen er sich der eigenen Mittel entblösste, um Andern helfen zu können. Aus ihm sprach der alte, starke Gerechtigkeitssinn des Juden; er konnte nicht sehen, dass Einem unrecht geschah, und sein reiches Gemüt wurde durch das, was Andern schuldlos widerfuhr, mit getroffen. Vom zionistischen Ideal durchdrungen — Hirsch war lange Zeit im Vorstand der Berliner Zionistischen Vereinigung und Nationalfonds-Kommissar —, von einer unbegrenzten Liebe zu seinem jüdischen Volke beseelt, suchte er auch sein äusseres Leben harmonisch zu gestalten. Er besass einen ausgeprägten Sinn für Kunst, und die Produkte der jungjüdischen Kunst fanden in ihm

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