Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 12 (1911)
- Issue
- 8/9 (8.1911)
- Date
- 1911-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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158 No. 8/9 so Vorzügliches leisten konnten. Nachmittags gegen 3 Uhr mußte man schon wieder in der „Safranzunft" sein, wo eine größere Zahl Basler junger Leute sich eingefunden hatte, um mit den Züricher Turnern zwecks Gründung eines jüdischen Turnvereins in Basel zu verhandeln. Die allgemeine Stimmung zeigte, daß zweifellos reges Interesse für die jüdische Turnsache vorhanden sei, und hoffentlich wird die an diesem Tage geleistete Vorarbeit recht bald zu einem Ziele führen. Abends turnten wir dann gelegentlich des Festkommerses vor dem Kongreß. Di ei Gruppen schwieriger Freiübungen waren die erste Produktion. Nach kurzer Pause folgte als zweite Vorführung Keulenschwingen. Den Haupteffekt des Turnprogramms bildeten wie immer •zum Schluß die Pyramiden. Von einer zur anderen steigerte sich der Beifall der Menge und erreichte seinen höchsten Grad, als hoch oben auf der Spitze der Schlußpyramide in rot erleuchteter Transparentschrift der uralte jüdische Sehnsuchtswunsch o'Srn'a nuan mvh erglänzte. Das übrige Programm des Festkommerses wurde ausgefüllt durch einen Prolog, eine Trommelproduktion und eine endlose Zahl von Reden, zum Teil von den bedeutendsten Persönlichkeiten des Kongresses. Besonders erwähnt sei die Ansprache des scheidenden Präsidenten D. Wolfsohn, außerdem waren bemerkenswerte Redner Prof. Warburg, N. Sokolow, Dr. Heinrich Löw'e, Dr. Deiches, Ignaz Zollschan und andere. Der Turnverein wurde bei dieser Gelegenheit begrüßt seitens der anwesenden Vertreter von jüdischen Turnvereinen aus Wien, Berlin, Breslau, Frankfurt a. M., Posen, Stettin, Graz ung Karlsruhe. Die Basler überreichten dem J.T. V. Zürich in Anerkennung seiner Leistungen einen Kranz, seinen ersten! Mit dem stolzen Bewußtsein, vor den Repräsentanten der Juden aller Länder eine Probe unseres Könnens abgelegt zu haben, kehrten wir am Montag nach Zürich heim. Rrthur Hirsch Ein treuer Helfer unserer Sache ist seiner langen und schweren Krankheit erlegen: Arthur Hirsch, unser lieber Freund, ist am versagten, deren beste er uns geweiht hatte. Zwölf Jahre hindurch hat er seines Amtes als Hauptkassierer im Bar- Kochba gewaltet. Diese stete, undankbare und für das Gedeihen des Vereins doch so unendlich wichtige Tätigkeit war ihm gerade gut genug, um sie mit rastloser Pflichterfallung auf sich zu nehmen. Aber weit über den Rahmen des Bar- 16. Juli im 88. Lebensjahre von uns gegangen. Seit den ersten Anfängen jüdischer Turnerei, im Berliner Bar Kochba, hat Arthur Hirsch für uns gewirkt. Er wurde nicht müde, für uns zu arbeiten, bis ihm die Kräfte