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Jüdische Turnzeitung · 1911-08-01 · 8/9 (8.1911) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
12 (1911)
Issue
8/9 (8.1911)
Date
1911-08-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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NO. 8/9 157 Programm formuliert: Organisierung der palästinensischen Aerzte, Schaffung einer medizinischen Bibliothek in Palästina, Veranstaltung von ärztlichen Fortbildungskursen-daselbst und schließlich die Schaffung einer medizinischen Akademie. Ein Zionismus: Die gedrängte Darstellung des jüdischen Lebens der Kongreßtage und der Beschlüsse und Arbeiten des Kongresses selbst läßt wohl zur Genüge erkennen, daß auch dieser Kongreß wie seine Vorgänger reichliche Arbeit geleistet hat; seine Hauptbedeutung besteht aber darin, daß er die Gegensätze innerhalb der zionistischen Organisation völlig ausgeglichen hat; Ost und West haben sich zur gemeinsamen Arbeit vereint, vorhanden ist: ein Zionismus. Mit Arbeitsfreudigkeit und Zuversicht gehen wir Zionisten an unsere Arbeit; David Wolfsohn sagte in seiner Eröffnungsrede: „Vor 14 Jahren war der Zionismus eine Sensation, heute ist er eine Tatsache!" Wir werden diese Tatsache allen Juden und der gesamten Menschheit zum Bewußtsein bringen. Vor 14 Jahren sprachen unsere Gegner vom Fortschritt der Humanität, der die Lösung der Judenfrage bringen sollte, wir von den Fortschritten des Zionismus. Die Humanität ist in diesen 14 Jahren zurückgegangen, um das Judentum steht es heute schlimmer als je. Der Zionismus ist'vorwärtsgegangen, er beginnt, sich zu verwirklichen. Wir jüdisch-nationalen Turner wollen anläßlich des Kongresses unsere Stellungnahme zum Zionismus noch einmal durchdenken. Wir haben durch unsere Teilnahme an den Kongressen, seit Nordau das Wort vom „Muskeliudentum" sprach, stets das Interesse unseres Verbandes für den Zionismus bekundet; möge auch das Interesse der einzelnen nicht fehlen. Auch diesmal hat wieder ein jüdisch-nationaler Turnverein, der Züricher, auf dem Kongresse geturnt. Unter dem Jubel und der Zustimmung des tausendköpfigen Auditoriums führte er seine exakten Freiübungen, Keulenschwingen und Pyramiden aus, und als bei der letzten Pyramide der zu oberst stehende Turner einen Davidstern in der Hand hielt, aus dem in elektrischen Flammen das Wort „Zion" hervorstrahlte, war des Jubels kein Ende und wieder würde das Lied angestimmt: „Aud lau owdo . . . Noch hoffen wir." Das sei uns ein Symbol; wir jüdisch-nationalen Turner halten die Zukunft unseres Volkes mit in unserer Hand. Die Kongreßfahrt des Jüdischen Turnvereins Zürich. Schon bei der Abfahrt am Hauptbahnhof Zürich merkte man, daß das in Basel tagende jüdische Parlament eine große Anziehungskraft ausübte, denn außer den 20 Turnern benutzte eine überaus große Menge unserer Stammesgenossen den Basler Zug. Man zählte zwei bis drei Waggons, in denen man sich «nter „uns" befand. Angekommen, gruppierte sich die frohgemute Turnerschar zum Marsch, ein St. Qaller Jüdischer Verein mit seiner Fahne schloß s»ch an. und hinterdrein folgte eine große Reihe von Züricher Kongi eßbummlern. Nach kurzer herzlicher Begrüßung seitens des Basler Organisationskomitees setzte sich der imposante Zug in Bewegung, um die Fahne zum Kongreßgebäude zu geleiten. Für die Turner gestaltete sich der Tag jn jeder Beziehung zu einem heißen. Vormittags wie nachmittags gab es Bühnenproben, dann hatte man den Kongreßverhandlungen beizuwohnen, die Palästina-Ausstellung zu besichtigen und vieles andere mehr. Das Mittagsmahl wurde gemeinsam im Restaurant Kahn eingenommen und Herrn Kahn und seiner Kochkunst ist es mit zu verdanken, daß die Turner abends

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