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Jüdische Turnzeitung · 1911-08-01 · 8/9 (8.1911) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
12 (1911)
Issue
8/9 (8.1911)
Date
1911-08-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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156 No. 8/9 Sprache und im Jargon die vorher erwähnten Probleme erörtert, aber sie alle fanden nur eine Lösung: Umwandlung der Emigration in Kolonisation und diese in Palästina. Ein Land: Palästina. Der Kongreß zeigte die Vorbereitung des Landes: ließ erkennen, was dort schon geleistet ist und gab viele Anregungen für künftige Arbeit. Vorträge, durch prachtvolle Lichtbilder unterstützt, gaben ein lebendiges Bild vom jüdischen Leben in Palästina; die Lichtbilder zeigten uns die jüdischen Bauern bei der Arbeit, die neuen jüdischen Straßen in Haifa und Jaffa, den Herzlwald, das hebräische Gymnasium in Jaffa, die Arbeit in der Bezalelschule usw. Die Arbeiten der Kunstgewerbeschule Bezalel konnten wir in einer Ausstellung im Kongreßgebäude bewundern; eine reichhaltige Sammlung von Kunstgegenständen, Zeichnungen, Kupferarbeiten, Holzschnitzereien, Teppichen und Silberfiligranarbeiten zeigte uns, was der Bezalel trotz der kurzen Zeit seines Bestehens bereits geleistet hat. In einer Ausstellung des Verbandes jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina konnte man prächtige Spitzen aus den Ateliers in Jaffa und Jerusalem bewundern; eine Sammlung von Lehrmitteln gab eine Uebersicht über das Erziehungswesen in Palästina. Ein Referat auf dem Kongreß selbst von Prof. Warburg gab eine Uebersicht über die vielen zionistischen Institute und Vereine, die mit Erfolg in Palästina arbeiten. Ueber das mit dem Bezalel verbundene naturhistorische Museum in Jerusalem wurde in einem besonderen Vortrag von Herrn J. Maroni, dem Kustos dieses Museums, berichtet; ebenso wurde über die jüdische Arbeiterfrage in Palästina besonders gesprochen. Bei der gesamten schon geleisteten Palästinaarbeit wurde die Mitwirkung des jüdischen Nationalfonds hervorgehoben, der bereits 68 pCt. seines Vermögens in Palästina angelegt hat und der bei seinem jährlichen Wachstum um zirka eine halbe Million dazu berufen ist, auch fernerhin in der Kolonisation Palästinas eine wichtige Rolle zu spielen. Eine Ausstellung des goldenen Buches und der Sammelmittel des Nationalfonds, sowie Pläne seiner Besitzungen in Palästina, Modelle von Häusern usw. hat hoffentlich zu verstärktem Sammeleifer angeregt. Ein aus den Delegierten gebildeter Palästinaausschuß schlug dem Kongreß eine Reihe von Resolutionen vor, die Richtlinien für die künftige Kolonisationsarbeit in Palästina geben; der Kongreß nahm diese Resolutionen an: es soll möglichst durch Gewährung langjährigen Kredits die Landwirtschaft unterstützt werden, insbesondere die Palestine Land Development Company, eine Gesellschaft, die sich die Parzellierung größerer Landkomplexe zur Aufgabe gestellt hat. In der Nähe von Städten mit größerer jüdischer Bevölkerung sollen nach Möglichkeit Musterfarmen angelegt, in den Kolonien möglichst Arbeiterhäuser errichtet werden. Neben diesen sich auf die Kolonisation beziehenden Resolutionen hat der Kongreß auch solche Resolutionen angenommen, die die Erziehung der palästinensischen Jugend in den nationalen Anstalten betreffen und die Organisierung der Kulturarbeit in Palästina der Leitung zur Pflicht gemacht. Durch die Gründung einer Gesellschaft jüdischer Aerzte und Naturwissenschaftler für medizinische Interessen in Palästina, die auf dem Kongresse stattfand, weiden auch die sanitären Verhältnisse Palästinas gebessert werden. Die Gesellschaft hat bereits für ihre Arbeit in Palästina ein festes

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