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Jüdische Turnzeitung · 1911-07-01 · 7 (7.1911) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
12 (1911)
Issue
7 (7.1911)
Date
1911-07-01
Page
[Seite] (sequence 23)
Language
German
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No. 7 149 unserem modernen Leben iast zum dräuenden Gespenst geworden ist: der -sozialen Frage, ein breites Feld der Erörterung widme. Unter rauschendem Beifall konnte der Herr Redner seinen gehaltvollen Vortrag schließen, und wir Iglauer jüdischen Turner können Herrn Prof. Dr. Berkowitsch für seine Liebenswürdigkeit, in unserem Vereine gesprochen zu haben, nicht genug danken, um so mehr, da uns dieser Abend wieder neue Freunde geworben hat. K. L. Köln. J. T. V. Nacht Wanderung ins Sieben gebirg e. Sonnabend, den 3. auf Sonntag, den 4. Juni fand unsere erste Nachtwanderung in diesem Sommer statt. Wir fuhren Sonnabends per Bahn nach Köiiigswinter. Die Beteiligung war überraschend groß. Von Königswinter wanderten wir auf Waldwegen über das Nachtigallental zum Oelberg, woselbst wir gegen 3 Uhr ankamen. Programmäßig sollten wir hier den Sonnenaufgang besichtigen; allein in letzter Stunde ließ die liebe Sonne ihr Nichterscheinen entschuldigen. Trotzdem ließen wir uns nicht abschrecken und mit gutem Mut wanderten wir nach genügender Rast weiter. Auf schönen Waldwegen gings dann durch Berg und Tal zur Löwenburg. Wir erkletterten dieselbe auf steilen Abhängen und genossen einen herrlichen Ausblick auf den Rhein und die Umgebung. Dann wanderten wir über das Einsiedlertal und Schmetetal nach Hohenhonnef und weiter nach Honnef. Von Honnsf gings dann über das Annatal nach Rhöndorf, von wo aus die Heimreise angetreten wurde. Dem Leiter dieser trefflichen Tour, Herrn Moses (Vorsitzender der Vergnügungskommission), besten Dank für die Kioßartige Führung! Konstantinopel. J. T. V. Makkabl. Bei der Veranstaltung von unseren Ausflügen lassen wir uns von zwei Gesichtspunkten leiten. Erstens wollen wii unseren Turnern den Genuß verschaffen, den ganzen Tag in der freien Natur zu verbringen, und zweitens der Bevölkerung Anerkennung und Achtung vor unserer straffen Organisation abgewinnen. Für Sonntag, den 4. Juni, erhielten die Männer-Abteilungen der einzelnen Vororte die Anweisung, sich unter Führung ihrer Turnwarte in der lurnlialle des Vereins Pera einzustellen. Pünktlich, zur angesetzten Zeit, '•amen die Sektionen anmarschiert, und jeder Turnwart erstattete dem Hhuptturnwart Bericht. 100 Turner in unserer offiziellen Straßenüniform, weiße Hose und Jackett Kaki, traten den Marsch nach der Landungsbriieke '-les Bosporus an. Nach einstündiger Fahrt wird das Schiff verlassen. Die einzelnen Abteilungen ordnen sich schnell, alles geht nach Pfeifensignal, nur einzelne Kommaudos ertönen, und schnell ist die Marschordnung hergestellt, ^as erste Marschlied setzt ein, aber was glauben Sie? Deutsch oder Französisch, nein, hebräisch! Die Bevölkerung fragt, wer sind diese Leute, und mau antwortet, das sind Juden, die Makkabisten aus Koustantinopel sind hierher gekommen. Doch die geschlossene Kolonne kann nicht lange ein- Kclialtcn werden, denn der Weg führt über Berge und Täler. Mit jeder Minute wechselt das Landschaftspanorama, aber es gibt nirgends einen Aufenthalt. Au den Wasserquellen, an denen wir vorbeikommen, wird gerade Zeit genug gelassen, um sich mit Wasser zu versehen, und sofort Keht es wieder vorwärts. Jetzt sehen wir schon in der Feme die majestätische Masse des „Schwarzen Meeres" vor uns liegen. Nach dreistündigem Marsche sind wir in Kilia, unserem Endziel, angelangt, das dicht an diesem herrlichen, dunkelblauen Meer gelegen ist. Eine Stunde ist Rast angesagt. .Etwas Schleuderball und Diskuswerfen wird gespielt, und dann sind die Turner nicht mehr zu halten; „ins Wasser" ist die Parole. Doch jetzt zeigt sich die auf dem Tuniboden erlernte Disziplin, keiner geht ins Wasser.

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