Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 12 (1911)
- Issue
- 7 (7.1911)
- Date
- 1911-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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148 No. 7 gewesen ist. Mit Gewalt riß uns der Führer fort, denn bis Löwenberg war noch ein gehöriges Stück und der Zug wartete nicht. B. I. Dortmund. J.T. V. Mit Beginn des Sommersemesters haben wir auf eine weitere Ausgestaltung des Turnbetriebes Bedacht genommen, und zu diesem Zwecke am 6. Mai a. c. eine außerordentliche Generalversammlung einberufen. Auf unseren Antrag hin ist uns vom Magistrat der Stadt Dortmund in der Knappenbergerstraße ein Spielplatz für unsere jeden Sonntag von 7—11 Uhr vormittags stattfindenden Turnspiele zur Verfügung gestellt worden. Die Leitung und Aufsicht der Spiele wurde den Herren Wolff, Niedowicz und Rosenthal übertragen. Wie im Vorjahre veranstalten wir an jedem ersten Sonntag im Monat Turnfahrten, zu denen Gäste willkommen sind. Vorgesehen sind Tages-, Halbtages- und Nachtfahrten, und die Herren Horn, Bamberger und Heimberg wurden damit betraut, die Ausflüge zu arrangieren. Als stehenden Punkt der Tagesordnung unserer Generalversammlungen.haben wir die Ergänzung des Vorstandes, da wir infolge Wegzuges häufig liebe Turnbrüder verlieren. Wir können aber erfreulicherweise unseren Vorstand stets durch eifrige Mitglieder ergänzen, da sich sämtliche Turnbrüder von Woche zu Woche mehr zu tüchtigen jüdischen Turnern entwickeln, die die Tendenz unserer Bewegung propagieren. Der Vorstand setzt sich jetzt wie folgt zusammen: R.-A. Dr. Weinberg, I. Vorsitzender, R.-A. Dr. Koppel, II. Vorsitzender, Alfred Horn, I. Schriftwart, Erich Moses, II. Schriftwart, Willy Sander, I. Kassenwart, Willy Heimberg, II. Kassenwart, Siegfried Bamberger, I. Turnwart, Levy Rosenthal, II. Turnwart, Walter Wolff, Gerätewart. Unser I. Vorsitzender, Herr Dr. Weinberg, wies zum Schluß noch darauf hin, daß der J. T. V. ein Sammelpunkt der jüdischen Jugend Dortmunds sei und forderte die Mitglieder auf, durch Disziplin zu beweisen, daß sie bereit sind, jederzeit für unsere Idee einzutreten. Am Donnerstag, den 11. Mai 1911. fuhren wir, einer Einladung des J. T. V. Essen-Ruhr folgend, in corpore zum Turnabend nach Essen. Ho. Iglau. J.T. u. Sp.V. Am 1. 4. a. c. fand der zweite Vortragsabend unseres Zyklusses statt. Herr Prof. Dr. Berkowitschsprach Uber die sozialen Lehren des Talmuds. Er rechtfertigte auch mit diesem Vortrage seinen glänzenden Ruf als Talmudgelehrter und wußte durch sein lichtvoll gehaltenes Referat selbst jenen, die all das, was dem Talmud entspringt, mit einer gewissen Skepsis betrachten, reges Interesse für das Thema beizubringen. Mit Begeisterung wies der Vortragende in seiner Einleitung darauf hin, welchen Schatz wir in dem Talmud besitzen, und wie wir Juden gerade an diesem köstlichen Besitze achtlos vorbeigehen. Er zeigte, daß gerade die jüdische Jugend, die dem Nationalismus das Wort redet, diesern. nationalsten der nationalen Besitze viel zu wenig Beachtung schenkt. Dr. Berkowitsch verwarf auf Grund schlagender Argumente den dem Talmud von jenen, die ihn nicht oder zu wenig kennen, gemachten Vorwur der Spitzfindigkeit und Haarspalterei. Auf das Hauptthema Übergehend, wies der Redner darauf hin, daß der Talmud fast sämtliche Oebiete desöffentlichen Lebens behandle, und daß er ganz besonders jener Frage, d'e