Mannheim
Compact Memory

Jüdische Turnzeitung · 1911-06-01 · 6 (6.1911) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
12 (1911)
Issue
6 (6.1911)
Date
1911-06-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/4921092-5965121-5965325--3004-4925801
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

110 No. 6 hältnismäßig nicht so viele Anhänger gefunden hat, wie es seiner Bedeutung entsprochen hätte. Aber man bekämpft die Zionisten nicht mehr mit den Mitteln und Mittelchen wie weiland anno 1897. Wohl hat der Zionismus, wie jede politische Bewegung, seine Gegner, aber ihre Motive sind nicht mehr Qhettofurcht, sondern achtbare Ueberzeugungen. Von traurigen Ausnahmen abgesehen. Und selbst die Qegner haben Achtung vor den tatsächlichen Erfolgen des Zionismus, vor der genialen Qröße des zionistischen Qedankens. Die „Jüdische Turnerschaft" steht in keinem offiziellen Verhältnis zur zionistischen Organisation und doch sind beide wesensverwandt und innerlich fest miteinander verbunden. Unsere gemeinsame Grundlage ist der jüdisch-nationale Gedanke und der unerschütterliche Wille, die jüdische Nation zu erhalten. Es liegt uns fern, unsere Mitglieder in ihrer Stellung zum Zionismus irgendwie zu beeinflussen. Und doch müssen wir uns klar werden, daß unsere Organisation, daß Uberhaupt ein konsequenter jüdischer Nationalismus ohne Zionismus lebensunfähig wäre. Wohl kann sich ein einzelner Denker in seinem stillen Kämmerlein an der abstrakten jüdischnationalen Idee berauschen. Sobald wir sie aber zum Gemeingut unseres ganzen Volkes machen wollen, bedürfen wir eines konkreten Programmes. Die Masse begeistert sich nicht für philosophische Theorien, sie bedarf einer bestimmten zielbewußten Richtung, die ihren Gefühlen und ihrer Denkart entspricht. Und die einzige Bewegung, die auf jüdisch-nationaler Grundlage beruht, die das ganze jüdische Volk umfaßt und für alle Juden in gleicher Weise strebt, ist unbestritten der Zionismus. Eine jüdisch-nationale Volksbewegung, wie sie die jüdische Turnbewegung ist und in immer höherem Maße werden soll, kann daher nur gedeihen in Anlehnung an das zionistische Programm. Wie der Einzelne unter uns zu ihm stehen mag, ist belanglos und soll auch in keinem Falle beeinflußt werden. Aber wenn unsere jüdischnationale Qrundlage nicht zur Phrase verflachen oder zum toten Buchstaben ersterben soll, ist es eine Lebensnotwendigkeit, daß ein erheblicher Prozentsatz unserer Mitglieder, daß vor allem unsere geistigen Führer sich zum Zionismus bekennen, dem zur Tat gewordenen jüdischen Nationalismus. Daß dem so ist, verbürgt unsere Zukunft. Weil wir so innerlich organisch mit dem Zionismus verwachsen sind, verfolgen wir sein Werden und Wachsen mit natürlichem Interesse. Und die stärksten LebensäuSerungen der zionistischen Bewegung sind die Kongresse, deren zehnter im kurzen Wochen eröffnet wird. Sei es den Kongreß teilnehmern in ihrer schweren, verantwortungsvollen Arbeit efne freudige Genugtuung, daß die organisierte jüdisch-nationale Jugend mit Liebe und Dankbarkeit den Verhandlungen folgt und freudig bereit ist, ihre historischen Pflichten zu erfüllen! Henry Unna. Der erziehliche Wert des jüdischen Turnens. Von Dr. Albert Bae r- Stettin. Im Aprilheft der „Jüdischen Turnzeitung" hat Hans Goslar den Wert . der Organisation für das Judentum dargelegt. Es gibt wohl keinen jüdisch interessierten Juden mehr, der nicht mit uns Nationaljuden von der un-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.