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Jüdische Turnzeitung · 1911-05-01 · 5 (5.1911) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
12 (1911)
Issue
5 (5.1911)
Date
1911-05-01
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German
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94 haben würde, durchaus möglich, mögen auch die derzeitigen Entwicklungstendenzen wie immer geartet sein." Der Kulturmensch braucht nicht mehr ein willenloses Produkt der Verhältnisse zu sein, er kann und soll die soziale Lage und die gesellschaftlichen Verhältnisse zielbewußt nach seinem Verstände bilden und formen. (In dieser These erblickt Zollschan „geradezu das tiefste Wesen des Judaismus".) „Ich bin keineswegs der Ansicht" führt Zollschan weiter aus, „daß man eine erwiesenermaßen dem Volksganzen, den Interessen des einzelnen und allen höheren kulturellen Interessen so verderbliche Entwicklung bloß ihrem sinnlosen Automatismus zuliebe ungestört weiter wirken lassen müsse. Und da ich den Zionismus — wenn eine gesunde Kritik das Unreife aus ihm entfernt hat — für durchaus möglich und nach allen materiellen und ideellen Qesichtspunkten für eine Forderung des Verstandes halte, so ergibt sich daraus meine Stellung wohl von selbst." Um fernere Mißverständnisse unmöglich zu machen, hat ZoUschan im Schlußkapitel mehrere kleine Aenderungen vorgenommen. Eine betrifft den Satz, der Herrn Dr. Weiss als „Stabbrechen" über den Zionismus erschien. Statt: „Es gibt für das jüdische Volk nur zwei Möglichkeiten, Auflösung der Rasse oder physische Degeneration", lautet es in der zweiten Auflage: „Es gibt also ohneZionismusnur zwei Möglichkeiten....." Das ist doch ein gewaltiger Unterschied. Außerdem hat Zollschan in einem Vortrag (Taufe, Rasse, Zukunft), den er am 26. November 1910 in Wien in einer von der assimilatorischen Oesterr. Israel. Union veranstalteten Versammlung hielt, ein stolzes und eindeutiges Bekenntnis zum Zionismus abgelegt. Sein Vortrag war eine einheitliche, streng logische Begründung des Zionismus. Jeder Satz baute auf dem vorhergegangenen auf, bis als Schlußforderung für die Erhaltung unseres Volkes geschlossene Siedlung in Palästina sich ergab. In Palästina deshalb, weil man, um ein Städtervolk in ein Bauernvolk umzuwandeln, es seelisch revolutionieren müsse. Diese Volkskräfte vermöge aber nur Palästina auszulösen. („Deshalb bin ich Zionist.") Im Schlußwort erklärte er, sein Werk sei wohl ein Epitaph, aber, nur für das Judentum der Zersetzung und Diaspora; eine Verheißung jedoch bedeute es für das Judentum der Zukunft. Körperliche Übung und sexuelle Hygiene. Eine Erwiderung von Assessor F. Hecht- Hamburg. Die folgenden Ausführungen werden sich mit dem in Nr. 3 dieser Zeitschrift, S. 46 ff., erschienenen Aufsatze des Herrn Dr. med. Eisenstadt beschäftigen. Sie sollen dessen meines Erachtens unbefriedigende Wirkung, und eine solche übte er auf viele Leser aus, möglichst auszugleichen suchen, sie sollen aber auch darlegen, wie ich als Laie mir die Behandlung eines solchen Themas in einer nicht auf ärztlich vorgebildete Leser beschränkten Zeitschrift denke, oder zum mindesten, wie ich sie mir nicht denke. Ich möchte dabei ausdrücklich betonen, was ja eigentlich selbstverständlich ist, daß ich mit Herrn Dr. E. der Ansicht bin, daß die Heranbildung einer ge-

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