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Jüdische Turnzeitung · 1911-04-01 · 4 (4.1911) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
12 (1911)
Issue
4 (4.1911)
Date
1911-04-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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No. 4 69 könnte durch die Kreiseinteilung: vereinfacht werden. Die einzelnen Kreise könnten doch gewiß im Verlaufe von 2 bis 3 Jahren zu wichtigen Verbandsangelegenheiten Stellung nehmen. Eine Aussprache über Referate und strittige Tagesfragen könnte auf schriftlichem Wege von Kreisleitung zu Kreisleitung und durch diese unmittelbar bei Kreisausschußsitzungen von Verein zu Verein erfolgen. Die Ausschüsse der einzelnen Kreise hätten gemeinsam mit dem Zentralausschuß, wie schon einmal erwähnt wurde, das Programm zum Turntag festzulegen, das Beratungsmaterial und die Referate für die Plenarversammlung zu sichten und einer genauen Prüfung zu unterziehen. Erst dann würde für eine glatte Erledigung des Programmes Vorsorge getroffen sein. Es wurde vorher erwähnt, daß die Stellungnahme der Kreisvorstände zu Verbandsangelegenheiten von Kreis zu Kreis auf schriftlichem Wege erfolgen soll. Es kann dies aber auch durch die „J ü d i s c h e T u r n z e i t u n g" Besehenen. Die „Jüdische Turnzeitung", die der Sprechsaal unserer Vereine und Mitglieder sein soll, ist das Schmerzenskind unserer Turnerschaft. Sie erscheint mit wenigen Ausnahmen stets um einige Wochen verspätet und wenn sie in unseren Händen ist, so finden wir gewöhnlich nichts anderes in ihr, als Berichte über wohlgelungene Vereinsausflüge. Was die Vereine turnerisch leisten oder was sie auf dem Gebiete der Propaganda unternommen haben, derartige Berichte liegen nur in geringer Anzahl vor. Für die Turnzeitung wäre die Kreiseinteilung deshalb nützlich, weil die Kreisvorstände über ihre Beratungen, Beschlüsse und Veranstaltungen kurze Berichte zu veröffentlichen hätten. Dann erst käme der Turnzeitung jene Bedeutung zu, die ihr als aufklärendes und unterrichtendes Organ über unsere Bewegung zukommen sollte. Zum Schlüsse ist nun die Frage zu beantworten, woher sollen die Kreisleitungen für die gemachten Auslagen (Wanderturnlehrer, Reisegeld zu Obmannschaftstagen, zu Vorturnerstunden usw.) die notwendige Finanzierung finden. Und eine wahrhaft gute Organisation braucht Qeld. Der Verbandsfonds darf und soll nichts hergeben, und unsere Mitglieder, die ohnehin durch Mitglieds- und Verbandsbeiträge, Unfallversicherungen, dann durch Nationalfondsspenden, Schekelgebühren usw. mit Auslagen überhäuft sind, können zur Geldbeschaffung nicht herangezogen werden. Es bleibt daher nur das eine übrig, eine Vereinssteuer für die Kreise zu erheben. Es hätte Jeder Verein mindestens 5pCt. seiner monatlichen Einnahmen allmonatlich an den Kreiskassierer abzuliefern. Uebrigens könnte Jeder Kreis für sich die Höhe der Steuer (über 5 pCt.) seiner Vereine selbst bestimmen. Es sind nun die Vorteile einer Kreiseinteilung der „Jüdischen Turnerschaft" in großen Zügen geschildert worden. Falls man zur Ausarbeitung einer solchen Organisation schreiten würde, müßte man sich selbstverständlich klar vor Augen halten, was man ins Leben rufen will. Zu dieser mühevollen Arbeit wären Leute heranzuziehen, die mit den Verhältnissen in unserer Bewegung sehr gut vertraut sind. Jenen Personen müßte es zur Pflicht gemacht werderj, sich mit den Anregungen, die ich mir erlaubt habe, kurz anzudeuten, recht intensiv zu beschäftigen, im Interesse der Idee, die der »Jüdischen Turnerschaft" zugrunde liegt. * 3» *

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