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Jüdische Turnzeitung · 1911-04-01 · 4 (4.1911) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
12 (1911)
Issue
4 (4.1911)
Date
1911-04-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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68 No. 4 Diese Kleinigkeiten auf turntechnischem Gebiete müßten schon genügen, um die „Jüdische Turnerschaft'4 in Kreise einzuteilen. Ein Organ der „Jüdischen Turnerschaft" ist die O b m a n n s c h a f t. Diese Vereinigung, deren Bestand den meisten jüdischen Turnern unbekannt sein dürfte und von der man bisher herzlich wenig gehört hat (mit Ausnahme vom 4. Juni 1906, Prag), besitzt ein Statut, wonach nur jener Verein an den Beratungen teilnehmen kann, der durch den Obmann beziehungsweise seinen Stellvertreter vertreten ist. Die Beratungen, die zeitlich und örtlich mit den Turntagen zusammenfallen, sollen ein getreues Bild über die wahren Verhältnisse unserer Brudervereine entrollen; das ist aber ganz unmöglich. Erstens ist der Charakter dieser Beratungen stets streng vertraulich und zweitens sind die Vereine gewöhnlich an Turntagen nicht durch die Obmänner, sondern durch die besten ihrer Turner vertreten. Diese Vertretung ist auch ganz klar; die Vereine geben ihren besten Turnern Qelegenheit, Neues zu lernen und zu sehen, damit sie nach ihrer Rückkunft das Qelernte und Qesehene bei ihren Turnbrüdern turnerisch verwerten können. Erfolgreicher würden die Aufgaben der Obmannschaft sein, wäre die Turnerschaft in Kreise und Bezirke geteilt. Dadurch, daß die Kreisobmänner, welche die Wünsche und Ansichten ihrer Vereine vertreten, zu den Obmannschaftstagungen entsendet werden, ist die Vertretung aller Vereine gesichert und dieBeratungen könnten, statt wie bisher einmal während 3Jahren, öfters abgehalten werden. Dann erst würde der Obmannschaft ernste und berechtigte Bedeutung zugemessen werden, dann erst könnte diese Körperschaft als beratendes Organ dem Ausschuß der Jüdischen Turnerschaft zur Seite gestellt werden. Wäre einmal die Kreiseinteilung unserer Brüdervereine durchgeführt, so soll damit keineswegs eine Dezentralisation herbeigeführt werden. Wie bisher hätte der Ausschuß als oberste Verbandsleitung zu figurieren; er müßte immer den in den Kreisleitungen gefaßten Beschlüssen, die sich auf die Ziele und Zwecke, Propaganda und Idee unserer Bewegung erstrecken, erst die nötige Zustimmung erteilen. Durch die Kreiseinteilung soll der Ausschuß eine Arbeitserleichterung und Aibeitsabnahme erfahren. Die Verbandsleitung hätte mit den einzelnen Vereinen nur durch die Kreisleitung — und umgekehrt — in Verbindung zu treten. Der Ausschuß würde vieler administrativer Arbeit enthoben sein und könnte dadurch wichtigen großzügigen Arbeiten, wie z. B. der Jüdischen Turnbewegung in Palästina oder Rußland, sein Augenmerk zuwenden. Ferner hätte die Verbandsleitung mit Hilfe der Kreisleitungen die nötigen Vorarbeiten für die Tagesordnung zum T u r n t a g zu treffen. Generalprobe zum Verbandsschauturnen, Sitzung der Obmannschaft, Wetturnen, Schauturnen, Vorturnerstunde, Plenarversammlung der Turntagsdelegierten und eine festliche Veranstaltung; dies alles während zweier Tage. Wer die Turntage zu Wien oder Berlin mitgemacht hat, weiß von dem Umherjagen von einer Veranstaltung zur andern so manch Unangenehmes zu erzählen. Es sei keineswegs dem Ausschuß der Vorwurf schlechter Vorbereitung gemacht; diese Treibjagden werden immer fortbestehen. Langwierige Debatten, wie z- die letzte über die Besetzung der Verbandsturnwartsstelle, wird es auc weitergeben, wichtige Referate werden aus Zeitmangel zurückgestellt werae müssen, solange man an der jetzt bestehenden Organisation festhält. Vie

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