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Jüdische Turnzeitung · 1911-03-01 · 3 (3.1911) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
12 (1911)
Issue
3 (3.1911)
Date
1911-03-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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44 No. 3 sie geschaffen, gering zu achten. Aber „alles dieses ist", wie er sagt, „geworden, in mühsamer Kulturarbeit errungen. Das reiche Erbe des Altertums, fremde Einwirkungen von außen und die Mitarbeit zahlloser ungermanischer Elemente im Innern haben dabei mitgewirkt". Wie der Fortschritt der Wissenschaft beruht auf der unermüdlichen Forscherarbeit zahlreicher Einzelindividuen, so auch der Fortschritt der Menschheit auf dem Zusammenwirken ihrer verschiedenen Rassenbestandteile. Niemals aber ist eine einzige Rasse von Urbeginn an als die alleinige Schöpferin aller Kultur anzusehen. Es gibt wohl bis zu einem gewissen Grade eine angeborene primäre Rassenbegabung, doch ist sie in hohem Grade abhängig von äußeren Einflüssen — dem sozialen Moment, der wirtschaftlichen Stellung, den klimatischen Verhältnissen u. a. m. —> um sich entfalten zu können. Im Altertum wie in der Neuzeit waren die großen Handelsvölker stets auch die Schöpfer der großen kulturellen Werte; dem Sinken des materiellen Wohlstandes und der politischen Machtstellung folgte stets auch kultureller Tiefstand. Wenn aber dem so ist, dann hat man auch nicht das Recht, wie es den Juden gegenüber so oft geübt worden ist, einer Rasse irgend welche höheren Fähigkeiten von vornherein einfach abzusprechen, da jederzeit die Möglichkeit vorliegt, daß sie, unter günstige äußere Bedingungen versetzt, Kulturwerte gleich den andern schafft. Und am wenigsten ist man dazu berechtigt, gerade den Juden gegenüber, die in hohem Grade den Beweis für ihre kulturellen Fähigkeiten durch ihre Vergangenheit erbracht haben. Sie haben nach Kräften mitgearbeitet an dem, was wir heute als allgemeine Menschheitskultur bezeichnen, sie haben ihre Befähigung zu schöpferischer Betätigung auf jedem Gebiete bewiesen. Und wenn wir als den Sinn des Rassenproblems Jetzt erkennen, daß die kulturelle Entwicklung niemals von einer einzigen Rasse ausgeht, sondern das Produkt des Zusammenwirkens vieler Rassenkräfte Ist, wenn wir scheu, wie in der geschichtlichen Entwicklung eins das andere ablöst und neue Existenzbedingungen für eine Rasse die Möglichkeit einer neuen Kultu.rblüte in sich bilden, dann haben wir auch das Recht zu sagen: Die großen kulturellen Leistungen der jüdischen Rassengruppe in der Vergangenheit berechtigen hinreichend zu der Annahme, daß die Menschhei auch in der Zukunft von ihr noch etwas zu erwarten hat. Es ist also die Erhaltung der jüdischen Rasse eine Notwendigkeit für «e Menschheit, ihr Untergang ein Verlust. Die Aufgabe, welche Zollschau sich bei der Abfassung seines Werkes gestellt: die Unterbreitung derjenigen Materialien, die zur Urteilsbildung und zur Gewinnung klarer Erkenntnisse auf dem schwierigen Gebiete der Rassenfrage dienen können, hat er hiermit gelöst und die Frage nach dem Rassenwert der Juden klar dahin beantwortet, daß die Möglichkeiten zur Schaffung von Kulturwerten in hohem Maße in der jüdischen Rasse vorhanden sind. In einem Schlußabschnitt hat es nun der Verfasser unternommen, auch die Frage zu untersuchen, ob und wie diese Möglichkeiten «u verwirklichen sind. Und so stolz und kampfesfroh der erste Abschni

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