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Jüdische Turnzeitung · 1911-02-01 · 2 (2.1911) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
12 (1911)
Issue
2 (2.1911)
Date
1911-02-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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26 No. 2 tät die jüdische Nationalitat als in ihren Reihen gleichberechtigt behandelt. Zugleich ist damit auch von autoritativer Seite anerkannt, dass bewusst national-jüdische Gesinnung und Patriotismus mit einander vereinbar sind. * * * Nachstehend geben wir den interessanten Verhandlungsbericbt nach Nr. 5 des „Isr. Wochenblattes für die Schweiz* in wörtlichem Abdruck: In seinem rastlosen Vorwärtsstreben hat der Jüdische Turnverein Zürich in der letzten Woche einen bedeutenden Fortschritt erlebt. Mit 151 gpgen 24 Stimmen beschloß die Abgeordnetenversammlung: des Zürcherischen Kantonalturnvereins am Sonntag,' den 29. Januar, die Aufnahme des Jüdischen Turnvereins als 121. Sektion (der Kantonalturnverein Zürich zählt gegenwärtig 120 Sektionen mit total 16 063 Mitgliedern, wovon 2743 aktive Turner sind). Dieser Beschluß ist insofern von bahnbrechender Bedeutung, als es das erste Mal ist, daß ein jüdischer Turnverein den Versuch machte, sich in die allgemeine Organisation schweizerischer Turnvereine einzugliedern. Bereits vor einem Jahre hatte der Jüdische Turnverein sein Eintrittsgesuch an den Kantonalvorstand gerichtet, und nach genauer Prüfung seiner l'endenzen und Statuten beschloß der Vorstand einstimmig, dem Qesuch zu entsprechen. Da jedoch der Turnverein Außersihl vom Einspruchsrechte Qebrauch machte, hatte die kantonale Abgeordnetenversammlung endgültig *ur oder gegen die Annahme zu beschließen. Die Behandlung des Traktandutns zeitigte eine etwa %stündige, äußerst interessante Debatte, aus welcher das Wesentlichste folgend skizziert sei. Der gegnerische Referent, H. Bieri, bekämpfte die Aufnahme von drei Qesichtspunkten aus. Der Jüdische Turnverein sei ein konfessioneller Verein mit religiösen Tendenzen. In wenii liebevoller Weise suchte er den Verein vor den versammelten 196 Delegierten herunterzumachen und ihn als nicht lebensfähig hinzustellen. Ferner leugnete er das Bedürfnis, daß man derartige Vereine mit Sondertendenzen aufnehmen müsse, um die Mitgliederzahl zu stärken. Schließlich sei zu befürchten, daß andere konfessionelle Vereine, speziell katholische, daraufhin ebenfalls ihre Aufnahme beanspruchen werden. Auf Qrund eines reichen Materials widerlegte dann der Referent des Vorstandes, H. Stähli, die erhobenen Angriffe. Der Jüdische Turnverein stehe durchaus nicht auf teilgiöser, sondern laut seinem Tendenz-Paragraphen auf rein jüdisch-nationaler Basis, ähnlich wie die in Zürich bestehende „Deutsche Turnerschaft" deutschnationaler Grundlage organisiert sei. Er würdigte in anerkennenden Worten die Bestrebungen der jüdischen Turnbewegung überhaupt und zitierte lobende Berichte über einige große jüdische Turnvereine Deutschlands. Der Präsident der Stadtturnvereinigung, H. Groß, unterstützte den gegnerischen Antrag, indem auch er vor den Konsequenzen eines Aufnahmebeschlusses warnte. Treffend bemerkte H. Stähli, daß es nur auf Neid zurückzuführen sei, wenn der Turnverein Außersihl Einspruch erhoben habe. Der Redner wurde kräftig unterstützt durch die Ausführungen des r*er/. Seminarlehrers Spühler (Küsnacht), welcher hervorhob, daß zurzeit auch die Rütliturnvereine trotz ihrer besonderen Tendenzen aufgenommen wurden und daß es der Stolz der Turnerschaft sein sollte, einem schwachen Anfängerverein helfend beizuspringen. Der Kantonalturnverein biete Raum £e" nug für alle, gleichviel welchen Anschauungen sie huldigen. Herr Sekundär»

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