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Jüdische Turnzeitung · 1911-01-01 · 1 (1.1911) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
12 (1911)
Issue
1 (1.1911)
Date
1911-01-01
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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No. 1 12 lebhaften Beifall der Festteilnehmer seine interessanten von echt jüdischem Geiste getragenen Ausführungen. Die Freiübungen der Herren- und Damen-Abteilungen folgten. Es war ein fesselndes Bild, das sich darbot und es gebührt Herin Heinrich Meyer, dem unermüdlichen I. Turnwart des Vereins, Dank und Anerkennung för seine aufopferungsfreudige Tätigkeit, die er der jüdischen Turnsache widmet. Der künstlerische Teil des Programms stand auf einer, über das gewöhnliche Maß hinausragenden Höhe. Frl. Sophie Ferse\ eine vollendete Künstlerin, spielte mit geradezu meisterhafter Technik und in feinsinnigster Weise die Sonate von Beethoven auf dem Klavier, Frau Bertha Mamlock, als Qeigenkünstlerin, begleitet von Frl. Ferse", gab das Adagio von Mozart und die Mazurka von Wieniawski zum Besten. Beiden Künstlerinnen dankten die Anwesenden durch lebhaften Applaus. Herr Dr. Samuel-Bonn rezitierte mit vielem Verständnis einige Gedichte. Geradezu enthusiasmiert hat Frau Bertha Grünewald die Festteilnehmer mit ihrem Gesänge. Sie wählte die Cavatine aus „Robert, der Teufel". Die glockenreine, prächtig geschulte Stimme, die jeder Bühne zur Zierde gereichen würde, kam in dem großen Saale voll zur Entfaltung und riß das Publikum -zu immer erneuerndem stürmischen Beifall hin. — Es folgte das Turnen der Jugendabteilung und das Kürturnen am Reck, nachher die glänzend durshgeftihrten Leiterpyramiden. Wir glauben nicht, daß in einem andern Turnverein die Hebungen besser und exakter aufgeführt werden, als es hier der Fall war. Zwei gemeinschaftliche Lieder, eines verfaßt von Herrn Karl Moses, das die Makkabäerfeier bebandelt, das zweite von Dr. Emil Cohn, erhöhten die Stimmung des Abends noch ganz besonders. Mit einem Tänzchen, das bis nach 4 Uhr morgens dauerte, schloß die wohlgelungene diesjährige Makkabäerfeier. Auf dem Nachhausewege aber summte uns noch immer das Lied in den Ohren, das wir am Feste gesungen: Für Judas Ehre allezeit In Liebe und in Treuen, In Lebenslust und Lebensleid Laßt uns den Ruf erneuen; Zum Schwüre hebt die Hand empor, Das hall' wie Sturmeswehen, Und klingen laßt den vollen Chor Von Judas Auferstehen. Der Gouverneur von Pera auf einem jüdischen Turnerfest. Am 31. Dezember 1910 feierte der Konstantinopeler jüdischnationale Turnverein „Makkabi" das Andenken der Makkabäer mit der Veranstaltung eines grossen Turnfestes in den Petit Cbamps- Der Zudrang zu dem Fest war ein ungeheurer. Die Feier begann mit der gemeinsamen Absingung der osmanischen Nationalhymne, der die „Hatikwah", die zionistische Hymne, folgte. Nach einigen Ansprachen in türkischer, hebräischer und französischer Sprache ergriff der Protektor des Festes, der Gouverneur von P«"ai Muhieddin Bej, das Wort zu einer längeren Rede, in der er zu Eingang erklärte, dass die Zwecke des Turnvereins der R«' gierung volles Vertrauen einflössten. Er schloss mit einem

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